Die Stuttgart Rebels zeigen ein großartiges Spiel in Bad Tölz und verlieren knapp mit 2:4. Kurz vor dem entscheidenden Empty-Net-Tor werden den Rebels gleich zwei klare Powerplays verwehrt.

Fünf Tage nach der bitteren Niederlage gegen die Passau Black Hawks ging es für die Stuttgart Rebels zum Tabellenneunten nach Bad Tölz. Verzichten musste Marco Ludwig auf Verteidiger Michael Fink sowie auf den Angreifer Petr Wiencek. Dafür wieder mit dabei waren Constantin Vogt im Angriff und Artur Herber sowie Michael Rudolph in der Verteidigung. Einmal mehr motivierte Ludwig die Mannschaft zu kämpferischen Höchstleistungen.

Einziger grober Fehler führt zum 1:0

Wie beim Heimspiel gegen Passau lag der Fokus der Rebels auf einem guten Start ins Spiel. In der vierten Minute lauerte Jannik Herm auf einen Abpraller, bekam diesen alleinstehend im Slot allerdings nicht verarbeitet. Im Gegenzug verfielen die Stuttgarter (zum einzigen Mal in diesem Spiel) in ganz alte Muster. 

Gleich vier Spieler im gelben Trikot waren auf der Grundlinie gewesen – der fünfte war an der Bande gestanden – als Topi Piipponen den Puck zu Steven Deeg spitzelte. Deeg bediente Niklas Hörmann im verwaisten Slot, der mit wenig Mühe die 1:0-Führung erzielte (4.). 

Bad Tölz behielt auch anschließend die Überhand, hatte in Form von Marc Schmidtpeter (freihstehend aus mittlerer Distanz, 16.) und Reto Schüpping (Lattentreffer, 18.) weitere hochkarätige Chancen, um die Führung hochzuschrauben. Auf der anderen Seite war es immerhin Christian Bauhof, der mit einem gefährlichen Abschluss Joshua Baron zu einem unorthodoxen Save zwang (16.).

Rebels deutlich besser als beim letzten Gastspiel

Das zweite Drittel zeigte sich dann deutlich ausgeglichener, auch weil die Rebels dank eines frühen Powerplays früh das Zepter in die Hand nahmen und dort bereits den schnellen Ausgleich früh im zweiten Drittel auf der Kelle hatten. Geistesgegenwärtigkeit bewies auch Cedric Riedl, der bei einem 3-auf-2-Konter der Löwen den Querpass im Torraum entscheidend abfälschte und das sichere 2:0 verhinderte.

Kurz vor Ende des Mitteldrittels folgte der nicht unverdiente Ausgleich. Beim Tölzer Versuch sich spielerisch aus dem eigenen Drittel zu befreien, stocherte Bernhard Ettwein den Schläger kurz vor der blauen Linie den Puck in den Schläger des backcheckenden Nolan Redlers. Die Bahn zum Tor war plötzlich frei und der Dezember-Neuzugang ließ sich nicht zwei Mal bitten, verwandelte den Puck unter der Fanghand von Joshua Baron zum 1:1 (37.). 

Großer Kampf bis zum Ende – Gähr überragend

Sichtlich motiviert vom Ausgleich rauschten die Tölzer Löwen aus der Kabine und brachten viel mehr Scheiben aufs Tor von Jonas Gähr. Nach einem lang eingefahrenen Zweikampf an der Bande konnten zwei Tölzer den Puck aus der Stuttgarter Umklammerung lösen und wieder war der Weg für Hörmann, der aus etwas größerer Distanz zur zweiten Tölzer Führung traf (2:1, 47.).

Nur zwei Minuten später sprang ein geblockter Schuss in den Lauf von Ettwein, dem 21-jährigen wurde aber versehentlich vom eigenen Mitspieler auf dem eigentlich freien Weg zum Tor behindert. 

Das Spiel wurde rasanter. Nachdem Gähr bereits im zweiten Drittel gefordert wurde, wuchs der Frankfurter Förderlizenzspieler im Schlussabschnitt über sich hinaus. Erst bolzte der Torhüter den mit dem linken Schlittschuh aus dem Torraum bis über die blaue Linie. Nur Sekunden später parierte Gähr in artistischer Akrobatik die nächste Großchance (53.) mit dem Rücken. Beide Saves standen sinnbildlich für die herausragende von 94,8%. Ebenso positiv hervorzuheben ist die körperliche Einsatzbereitschaft, die die Rebels an diesem Abend an den Tag legten. 

Die 3:1-Führung fiel schlussendlich mehr als unglücklich. Schmidpeter warf die Scheibe grob in Richtung Tor, Matt Pistilli fälschte das Spielgerät mehr oder weniger unabsichtlich ab und der Puck rutschte durch Gährs Beine ins Tor (54.).

Volles Risiko zahlt sich erst aus, dann verwehren Schiedsrichter Überzahl

Marco Ludwig ging dreieinhalb Minuten vor Schluss volles Risiko und zog Gähr für den sechsten Feldspieler – und bekam recht. Aus spitzestem Winkel haute Herm den Puck per Direktabnahme in den Tölzer Kasten (3:2, 58.). 

Mit noch 2:43 auf der Uhr schöpften die Rebels neue Kraft. Im Forecheck bekam Loris Walter nur 20 Sekunden nach dem Anschlusstreffer den Schläger von Florian Krumpe ins Gesicht. Im nächsten Stuttgarter Angriffsversuch wollte Vogt Manuel Edfelder überlaufen, dieser zog Vogt die Beine weg und abermals blieb der Arm des Hauptschiedsrichters aus absolut unerklärlichen Gründen unten. 

Eine aussichtsreiche Ausgleichschance im 6-gegen-4 Überzahl blieb den Rebels völlig zu Unrecht verwehrt, das 4:2 (59.) ins leere Tor markierte den Schlusspunkt eines Spiels, in dem Punkte mehr als verdient gewesen wären.