Zehn Minuten vor Schluss liegen die Stuttgart Rebels noch mit drei Toren zurück, dann bricht die gelbe Lawine über die Memmingen Indians herein. In der Overtime rettet der Gastgeber den Sieg.

Nach drei Niederlagen in Folge standen die Memmingen Indians unter Druck im Duell gegen den Tabellenletzten aus Stuttgart. Dessen Kader war nach der knappen 3:5-Niederlage im Derby gegen Heilbronn leicht verändert. Constantin Vogt, Eric Strieska und Niclas Hempel waren nicht mit nach Memmingen gereist. Carlo Wittor übernahm den Platz des Centers in der ersten Reihe, während die dritte Reihe von Cedric Scheibach verstärkt wurde.

Erstes Drittel ausgeglichen, aber torlos

Angetrieben von dem lautstarken Support der Heimfans versuchten die Indians wie schon beim Oberliga-Auftakt Ende September von Beginn an den Ton anzugeben. Die erste Chance hatten allerdings die Rebels in der vierten Spielminute, als Petr Wiencek einen Fehlpass vor dem Memminger Tor abfing und Lua Niehus zu einem gefährlichen Schlagschuss auflegte. 

Nur kurz darauf versetzte Sofiene Bräuner unsere Nummer eins in Alarmbereitschaft, als der Memminger Angreifer den Puck per Wrap-Around im Tor unterbringen wollte, aber am Schoner von Jonas Gähr scheiterte. Die einzige Überzahlsituation im ersten Drittel gehörte den Rebels. Neben viel Puckbesitz im Angriffsdrittel, waren nennenswerte Chancen aber Fehlanzeige. 

Wesentlich mehr in Bedrängnis gebracht wurde Marco Eisenhut von einem Querpass des jungen Alex Samusev auf den im Slot alleingelassenen Simon Klatte, der die Gelegenheit aber vergab. So aber blieb es nach 20 Minuten beim 0:0.

Dosenöffner Simon Klatte, Memmingen schlägt zurück

Ab dem zweiten Drittel wurde das Spiel dann turbulenter, auf Konter folgte Konter und eine gefährliche Chance nach der anderen. Eines der richtig großen Ausrufezeichen setzte Edgars Homjakovs, der am Ende seines Alleingangs das Außennetz traf. 

Für den bissigen und ungemütlichen Auftritt belohnten sich die Rebels aber zuerst. Mathias Vostarek war hinter dem gegnerischen Tor zu Fall gebracht worden, konnte im Fallen aber irgendwie den Puck in den Slot spitzeln. Dort lauerte Simon Klatte und haute das Spielgerät mit der Rückhand unter die Torlatte (0:1, 28. Spielminute).

Noch bevor der Schock auf den Rängen verdaut war, durfte das Heimpublikum aber schon wieder jubeln. Einen trockenen Handgelenksschuss von Linus Svedlund fälschte Denis Fomynich unhaltbar ab und gleichte damit für Memmingen aus (1:1, 29. Spielminute). 

Wenig später ging es mit vier gegen vier weiter und sechs Sekunden nachdem die Memminger wieder vollzählig waren, klingelte es erneut im Rebels-Kasten. Der gerade aufs Eis zurückgekehrte Robert Peleikis setzte erst zum Schuss an, ehe er den am zweiten Pfosten freistehenden Tobias Meier sah (1:2, 33. Spielminute). Noch bevor das Mitteldrittel zu Ende ging, erhöhten die Indians die Führung. In der 39. Minute war es Milan Pfalzer, der Valentin Buschs Schlagschuss im Nachsetzen im Tor unterbrachte (3:1). 

Drei Tore in sieben Minuten – Rebels sagenhaft

So ging es aus Sicht der Stuttgarter leider auch im dritten Drittel weiter. Svedlund, der zuvor bereits ein Tor auflegte, schien in der 50. Spielminute den Sack zuzumachen. Mit einem satten Schlagschuss aus dem hohen Slot brachte der Schwede die Indians mit drei Toren in Front. 

Doch wer die Stuttgart Rebels in dieser Saison regelmäßig verfolgt hat, weiß, dass sich diese Mannschaft in noch keinem Spiel aufgegeben hat. Alex Samusev, die Überraschung der vergangenen Spieltage, spitzelte auf der rechten Seite den Puck an gleich zwei Memminger Spielern vorbei. An der Grundlinie spielte er die Scheibe dann in seinen Rücken, wo Bernhard Ettwein den Puck direkt per Querpass an Jannik Herm weiterleitete, der nur noch ins leere Tor einnetzen musste (4:2, 52. Spielminute).

Die Männer in Gelb hatten Blut geleckt und machten sofort weiter Druck. Das wurde trotz einem zwischenzeitlichen Memminger Aluminium-Treffer belohnt. Nachdem Wiencek vor dem gegnerischen Kasten das Bully gewann, schlenzte David Kirchhoff den Puck von der blauen Linie in den rechten oberen Winkel (4:3, 55. Spielminute).

Nur noch einen Treffer vom sensationellen Ausgleich entfernt wurden die Memminger immer nervöser und gerieten wegen eines Beinstellens von Maximilian Menner kurz vor Schluss in Unterzahl. Marco Ludwig nutzte die goldene Gelegenheit und zog das Timeout. Die Ansagen fruchteten: Nach einem Doppelpass und 43 Sekunden in Überzahl fand Matthew Pistilli diese eine Lücke und der Puck zappelte im Netz (4:4, 59. Spielminute).

Der erste Zähler unter Marco Ludwig war verbucht, zu mehr sollte es vor 1448 Zuschauern nicht mehr reichen. Unter Bedrängnis von zwei Gegenspielern verlor Niehus den Puck an der gegnerischen blauen Linie, woraufhin Homjakovs im Alleingang völlig humorlos abzog und seinen Memmingern den wichtigen Zusatzpunkt sicherte (5:4, 65. Spielminute).