Rebels kämpfen hart in Deggendorf
Von der ersten Minute an ließen die Gastgeber keinen Zweifel daran, dass sie dieses Spiel gewinnen wollen. Es dürfte wohl auch keinen Kenner der Szene geben, der die hohe Kader-Qualität der Deggendorfer infrage stellt. In den letzten Tagen haben sich die Allgäuer, die ohnehin zu den Top-Favoriten der Liga zählten, nochmal durch die beiden Rückkehrer Luca Zitterbart und den Deutsch-Amerikaner Luke Weilandt verstärkt. Zwei Spieler, die sicher jeder Oberligist gerne in seinen Reihen hätte.
Deggendorf agierte dominant und so war es nicht unverdient, dass sie nach gut vier Minuten die 1:0 Führung erzielten. Der Treffer war dennoch glücklich, denn beim Abwehrversuch wurde die Scheibe unglücklich von der Rebels-Verteidigung abgefälscht. Zugeschrieben wurde der Treffer dem Heim-Verteidiger Silvan Heiss.
Die Rebels allerdings reagierten prompt. Ein Angriff des Gastgebers wurde gut verteidigt. Daraus resultierte ein schneller Angriff der Gäste. Daniel Pronin nahm sich ein Herz, setzte sich durch und verwandelte, nur 30 Sekunden nach dem Rückstand, unwiderstehlich zum 1:1 Ausgleichstreffer.
Den weiteren Verlauf des Drittels dominierten zwar die Hausherren, die Gäste setzten aber immer wieder Nadelstiche.
Nicht verschweigen sollte man eine 5-Minuten Strafe gegen Silvan Heiss wegen Bandenchecks. Die Rebels jedoch schwächten sich durch zwei 2 Minuten Strafen selbst, wobei beide von den Gästen nicht unwidersprochen blieben.
Den ausgeglichenen Pausenstand sicherte allerdings, so ehrlich muss man sein, der Stuttgarter Keeper.
Auch das zweite Drittel begannen die Gastgeber mit enormem Druck, dem sich die Gäste von der Waldau nur kurze Zeit erwehren konnten. Einen schönen Pass von Zack Kaiser konnte Daniel Assavolyuk im Tor unterbringen. Die Zuordnung in der Stuttgarter Abwehr stimmte in diesem Moment nicht.
Die Schwaben blieben jedoch ein Gegner auf Augenhöhe. Immer wieder wurden vielversprechende Angriffe vorgetragen, andererseits Angriffe der Gastgeber diszipliniert, in guter Teamarbeit abgewehrt.
Einen gut verteidigten Angriffsversuch der Schützlinge von Casey Fratkin, nutzten die Rebels in der 27. Minute zum Konter durch Kalvyn Watson. Der bediente Jannik Herm, kein Problem für den Routinier zum 2:2 zu vollstrecken.
In der Folge erspielten sich die Gäste ein paar Möglichkeiten – erfolglos.
Aufgrund einer beherzten Leistung in der Defensive, immer wieder mutig und gefährlich vorgetragenen Angriffen, verdienten sich die Schwaben den 2:2 Pausenstand redlich.
Der Schlussabschnitt hätte für die Rebellen von der Waldau nicht schlechter beginnen können. Bereits nach 14 Sekunden gerieten sie wieder in Rückstand. Das erste Bully gewannen die Gastgeber, wiederum ein kleines Abstimmungsproblem, und schon landete die Scheibe im Stuttgarter Netz.
In den darauffolgenden Minuten war das Spiel etwas zerfahren. Die Hausherren übernahmen mehr und mehr die Spielkontrolle, die Schwaben im eigenen Drittel eingeschnürt. Ein völlig missglückter Pass landete auf der Schaufel von Niklas Pill, dessen Schuss zwar von Nick Vieregge noch gebremst wurde, im Nachstochern aber doch den Weg über die Torlinie fand.
Man kann den Rebels bestimmt nicht vorwerfen, sie hätten nicht mehr alles versucht, gegen eine so erfahrene und abgeklärte Mannschaft, wie die von Casey Fratkin, fanden sie aber kein Mittel mehr.
So kam es wie es kommen musste, in der 56. Spielminute suchte Ty Jackson mit seinem Pass einen Mitspieler vor dem Stuttgarter Tor. Zwar kam der Pass nicht beim Gegner an, ein Stuttgarter Verteidiger lenkte die Scheibe jedoch unglücklich mit dem Schlittschuh ins eigene Tor ab. 5:2 durch Ty Jackson, denn Eigentore gibt es im Eishockey bekanntlich nicht.
Was danach geschah, erschloss sich zumindest dem Zuschauer auf Sprade TV nicht, im Nachgang rieb sich aber auch mancher Zuschauer im Stadion verwundert die Augen. Kalvyn Watson wurde mit einer 2 + Disziplinarstrafe + Spieldauer-Disziplinarstrafe in die Kabine geschickt. Begründung der Schiedsrichter: Beleidigung von Spiel Offiziellen. Dazu kam noch eine Bankstrafe.
Die Gäste verteidigten auch in den 2 Minuten, in denen sie mit 3 gegen 5 Feldspieler spielen mussten, konsequent und konnten das Ergebnis halten.
Am Ende kann man sagen, das Team von Tom Coolen spielte zwei Drittel auf Augenhöhe mit dem haushohen Favoriten. Am Ende stellte es sich durch mehrere gravierende, individuelle Fehler selbst ein Bein.





