Kraftakt in Erding: Rebels siegen in der Overtime mit 6:5

Nach der schwachen Leistung am vergangenen Sonntag gegen die EHF Passau Black Hawks wollte man im Spiel gegen die Erding Gladiators wieder auf das gewohnte Spiel-Niveau zurück kehren.
Im Hinspiel hatte man sich in einem sehr schlechten Spiel auf beiden Seiten mit 2:5 gegen den Aufsteiger geschlagen geben müssen. Mit Kimi Saffran im Tor und dem nach Verletzung zurückgekehrten Jayden Lammel sollte diesmal eine deutliche Leistungssteigerung her. Vor 931 Zuschauern in der Stadtwerke Erding Arena entwickelte sich ein dramatisches Spiel.

Spielverlauf

Erstes Drittel

Die Rebels starteten fokussiert in die Partie und belohnten sich früh für ihre Bemühungen. Bereits nach 3:27 Minuten traf Jannik Dornberger nach schönem Zuspiel von Jannik Herm und Wyatt Schingoethe zur 0:1 Führung. Die Gladiators zeigten sich von diesem frühen Rückstand überrascht und die Rebels blieben am Drücker.

Erding fing sich jedoch im Laufe des Drittels und konnte in der 12:44 Minute durch Thomas Matheson, assistiert von Elia Ostwald und Philipp Michl, zum 1:1 Ausgleich treffen. Die Scheibe prallte vom Torhüter ab und Matheson stand goldrichtig, um den Puck über die Schoner zu befördern.

In der 18:21 Minute erhielt Elia Ostwald eine Strafschussstrafe wegen Hakens, doch Jayden Lammel konnte die große Chance zur erneuten Führung nicht nutzen. So ging es mit dem 1:1 Unentschieden in die erste Pause.

Zweites Drittel

Das Mitteldrittel entwickelte sich zu einem ausgeglichenen Schlagabtausch. In der 23:04 Minute brachte Jannik Herm die Rebels erneut in Führung. Der Puck gelangte auf Umwegen zu Herm zurück, der einfach abzog und den Erdinger Torhüter Leon Meder überraschte, Wyatt Schingoethe leistete die Vorarbeit.

Nur zwei Minuten später erhöhte Wyatt Schingoethe auf 1:3 (25:03). Die Erdinger Verteidigung ließ die Nummer 22 komplett frei stehen, Leon Kreps und Jannik Herm bereiteten das Tor vor, und Schingoethe nutzte seine Qualität eiskalt aus.

Doch Erding gab sich nicht geschlagen. In der 28:24 Minute erzielte Dennis Miller im Powerplay den Anschlusstreffer zum 2:3, vorbereitet von Markus Eberhardt und Marco Pfleger. Zuvor hatte David Kirchhoff eine Strafzeit wegen Stockschlags kassiert (27:34).

Die Partie wurde härter. In der 35:35 Minute sah Markus Eberhardt nach einem Ellenbogencheck gegen Florian Renner eine Fünfminutenstrafe. Renner musste verletzt das Spiel in Richtung Krankenhaus verlassen. Trotz der langen Überzahl konnten die Rebels ihre Führung nicht ausbauen. Mit dem 2:3 ging es in die zweite Pause.

Drittes Drittel

Das Schlussdrittel begann optimal für die Gäste. Bereits nach 18 Sekunden erhöhte Wyatt Schingoethe auf 2:4 (40:18). Erneut ließen ihn die Gladiators frei vor dem Tor stehen, Dane Montgomery bereitete vor, und Schingoethe hatte leichtes Spiel, die Zwei-Tore-Führung wiederherzustellen.

Doch die Gladiators zeigten Moral und kämpften sich zurück ins Spiel. In der 42:27 Minute verkürzte Grady Hobbs auf 3:4, vorbereitet von Moritz Köttstorfer und Philipp Michl. Die Hausherren drängten weiter und wurden in der 56:08 Minute belohnt: Maximilian Forster erzielte den 4:4 Ausgleich, assistiert von Jesse Kauhanen und Dennis Miller.

Die Partie wurde zur Nervenschlacht. In der 56:30 Minute schien Alex Blais die Entscheidung zu bringen. Nach einem Videobeweis wurde sein Treffer zum 4:5 gegeben, Jayden Lammel und Daniel Pronin hatten vorgearbeitet. Die Freude währte jedoch nur kurz.

Mit 58:31 Minuten auf der Uhr glich Elia Ostwald zum 5:5 aus. Maximilian Forster und Mark Waldhausen bereiteten den Treffer vor. Unter Protest des Stuttgarter Torhüters, der eine Torwartbehinderung reklamierten, ließ das Schiedsrichtergespann den Treffer stehen und überprüften diesen nicht erneut im Videobeweis. Damit ging es in die Overtime.

Overtime

In der Verlängerung waren die Rebels die klar spielbestimmende Mannschaft, scheiterten jedoch mehrfach an Torhüter Leon Meder. Doch in der letzten Spielminute (63:45) schlug Daniel Pronin zu.
Kimi Saffran hat den Puck sichern wollen, schaltet jedoch schnell und sieht, dass die Erdinger schon wieder abdrehen. Daraufhin gibt dieser die Scheibe clever an Alex Blais, welcher die Scheibe in einem 1 auf 0 nach vorne Treibt. Der erste versuch scheiterte zwar noch, Daniel Pronin setzte dann jedoch zum Nachschuss nach und sicherte den Rebels zwei wichtige Punkte beim 5:6 Auswärtssieg.

Kimi Saffran zeigte mit 54 Paraden bei 59 Schüssen (91,5 Prozent Fangquote) eine starke Leistung im Tor der Rebels. Die Mannschaft musste hart kämpfen, um die zwei Punkte aus Erding mitzunehmen. Für das kommende Spiel am Sonntag gegen die Bayreuth Tiger wird eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein, um vor heimischen Publikum den Tigers wichtige Punkte im Kampf um die Play-Offs zu klauen.

Spieldaten im Detail

Aufstellungen

Erding Gladiators: Leon Meder (Start), David Zabolotny – Jesse Kauhanen, Louis Trattner, Björn Salhi, Elia Ostwald, Luis Scheibengraber, Dennis Henter, Erik Modlmayr, Grady Hobbs, Lukas Gaus, Mark Waldhausen, Marc Schmidpeter, Bastian Cramer, Thomas Matheson, Marco Pfleger, Paul Pfenninger, Dennis Miller, Philipp Michl, Maximilian Forster, Moritz Köttstorfer, Markus Eberhardt

Stuttgart Rebels: Kimi Saffran (Start), Raphael Rödel – Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Alex Blais, Jayden Lammel, Fabian Renner, Wyatt Schingoethe, Emre Yamak, David Kirchhoff, Jannik Herm, Jack Bloem, Dane Montgomery, Yannick Moder, Leon Kreps, Jannik Dornberger

Tore

Erding Gladiators: Matheson (12:44), Miller (28:24), Hobbs (42:27), Forster (56:08), Ostwald (58:31)

Stuttgart Rebels: Dornberger (3:27), Herm (23:04), Schingoethe (25:03, 40:18), Blais (56:30), Pronin (63:45)

Strafen

Erding Gladiators: 11 Minuten

Stuttgart Rebels: 10 Minuten

Zuschauer: 931

Schiedsrichter: Alexander Singer, Michael Zettl

Linienrichter: Maximilian Schneider, Benedikt Zoepf