Knappe 3:4 Heimniederlage gegen die Tölzer Löwen
Nach dem katastrophalen Zusammenbruch im ersten Aufeinandertreffen, das die Rebels trotz guten Starts mit 4:12 verloren hatten, wollte das Team vor heimischem Publikum Wiedergutmachung betreiben. Mit 705 Zuschauern in der Eiswelt Stuttgart und Nick Vieregge im Tor sollte gegen die Tölzer Löwen eine bessere Leistung gezeigt werden. Die ersten 30 Minuten des Hinspiels hatten durchaus Mut gemacht, nun galt es, diese Ansätze über die volle Distanz umzusetzen.
Spielverlauf
Erstes Drittel
Die Rebels starteten hochkonzentriert in die Partie und setzten von Beginn an ein Ausrufezeichen. Bereits nach 1:42 Minuten belohnten sie sich für ihren engagierten Auftritt: Nach einem präzisen Steilpass von Toni Ritter auf Fabian Renner blieb die Scheibe vor dem Tor liegen, wo Maxime Bickel eiskalt zum 1:0 einnetzte. Dane Montgomery war bei der Entstehung ebenfalls beteiligt. Ein Traumstart für die Hausherren, der die Fans in der Eiswelt jubeln ließ.
Die Gäste aus Bad Tölz zeigten sich von diesem frühen Rückstand jedoch völlig unbeeindruckt und antworteten mit einer beeindruckenden Offensivleistung. Die Schussstatistik nach 20 Minuten sprach eine deutliche Sprache: 14 Schüsse der Löwen gegen nur 6 der Rebels. Doch die Stuttgarter Defensive präsentierte sich in völlig neuer Verfassung. Anders als in den vergangenen Wochen, in denen die Abwehrreihen oft wackelig gewirkt hatten, stand man nun kompakt und konzentriert. Im Mittelpunkt dieser stabilen Defensivleistung: Nick Vieregge. Der Torhüter der Rebels zeigte eine herausragende Leistung und vereitelte mit spektakulären Paraden alle Angriffe der technisch versierten Gäste. So ging es trotz der klaren Feldüberlegenheit der Tölzer mit einer knappen, aber verdienten 1:0 Führung für die Hausherren in die erste Pause.
Zweites Drittel
Den Tölzer Löwen war die knappe Führung der Gastgeber sichtlich ein Dorn im Auge. Nach der Pause entwickelte sich das Spiel zu einem wahren Belagerungszustand am Stuttgarter Tor. Die Gäste drehten richtig auf und brachten alleine in diesem Abschnitt 21 Schüsse aufs Stuttgarter Gehäuse. Nick Vieregge entwickelte sich zum überragenden Mann auf dem Eis, parierte Schuss um Schuss und hielt sein Team mit teils spektakulären Reflexen im Spiel. Doch auch die beste Torhüterleistung kann dem Druck nicht ewig standhalten.
Nach knapp 30 Minuten fiel der verdiente Ausgleich: In der 29:47 Minute schob Michael Schuster ein Arbeitstor zum 1:1 ein, nachdem Vieregge die Scheibe nicht sichern konnte und sie durch die Schoner frei im Torraum liegen blieb. Johannes Haßmann und Florian Kästele bereiteten den Treffer vor. Der Bann war gebrochen.
Nur vier Minuten später, in der 33:53 Minute, drehten die Gäste das Spiel komplett: Niklas Hörmann traf nach Vorlage von Sandro Schönberger zum 1:2. Die Rebels hatten zuvor die vermutlich größte Chance dieses Drittels vergeben, als Fabian Renner nach Querpass von Emre Yamak das schon sicher geglaubte Tor ins freie Netz nicht unterbrachte. Ein vergebener Moment, der sich rächen sollte.
Im direkten Gegenzug das 1:3 in der 34:45 Minute: Bei einem schnellen Angriff überlief Topi Piipponen seinen Verteidiger und schob die Scheibe im Eins gegen Eins am Torhüter vorbei ins Netz. Ludwig Nirschl und Johannes Haßmann waren die Assistgeber. Innerhalb von nur fünf Minuten hatten die Tölzer das Spiel gedreht und führten komfortabel mit zwei Toren.
Doch die Rebels bewiesen Moral und Kampfgeist. Nach einem aggressiven Forechecking fing Alex Blais die Scheibe ab, trieb sie entschlossen vors Tor und fand den freien Daniel Pronin am langen Eck, der zum wichtigen 2:3 Anschlusstreffer in der 35:46 Minute einschob. Ein enorm wichtiges Tor vor der zweiten Pause, das den Hausherren neue Hoffnung gab und die Spannung zurück ins Spiel brachte.
Drittes Drittel
Die Hausherren hatten gegen Ende des zweiten Drittels den wichtigen Anschluss gefunden und wollten nun an diese positive Entwicklung anknüpfen. Das Ziel war klar: Die Gäste nicht erneut ins Spiel kommen lassen und den Ausgleich erzwingen. Und das gelang in beeindruckender Manier.
Nach nur 3:15 Minuten im Schlussdrittel schaffte Jack Bloem den umjubelten 3:3 Ausgleich. Die Entstehung war glücklich, aber nicht unverdient: Daniel Pronin stieß energisch ins Drittel der Tölzer vor, verlor das Gleichgewicht, und die Scheibe landete wie durch ein Wunder im Rückraum beim völlig freien Bloem, der damit sein erstes Tor im Trikot der Rebels erzielte. Pronin und Dane Montgomery wurden als Vorlagengeber notiert. Die Eiswelt bebte, das Comeback schien perfekt.
Dann aber kam die Szene, die das Spiel entscheiden sollte: In der 43:53 Minute zog Florian Krumpe von den Tölzern eine Strafe wegen Beinstellens. Eine ideale Gelegenheit für die Rebels, die eigentlich mit dem fünftbesten Powerplay der Liga in Überzahl die Führung hätten übernehmen können. Doch es kam ganz anders als erhofft: Nach einem unsauberen Rückpass fingen die Gäste die Scheibe ab, Dane Montgomery kam nicht mehr hinterher, und Topi Piipponen verwandelte das Eins gegen Eins in der 47:01 Minute eiskalt zum spielentscheidenden 3:4 in Unterzahl der Tölzer. Ein Shorthander, der die Hoffnungen der Hausherren jäh zerstörte.
In den verbleibenden 13 Minuten warfen die Rebels noch einmal alles nach vorne. Das Team kämpfte mit großem Einsatz um den erneuten Ausgleich, zog in der 58:13 Minute sogar den Torhüter vom Eis und versuchte mit sechs Feldspielern den Druck zu erhöhen. Doch die Tölzer Löwen verteidigten diszipliniert und geschickt, ließen keine gefährlichen Abschlüsse mehr zu und brachten die knappe Führung souverän über die Zeit.
Am Ende stand eine bittere, aber nicht unverdiente 3:4 Niederlage. Es war ein intensives, spannendes und ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe. Ein Sieg für die Rebels wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, doch letztlich fehlte das entscheidende Quäntchen Glück und Cleverness in den Schlüsselmomenten. Besonders ärgerlich: Das erste Gegentor der Saison in Überzahl, das die Partie letztlich entschied und die gute Leistung nicht belohnte. Nick Vieregge zeigte mit 32 Paraden bei 36 Schüssen eine starke, kämpferische Leistung, konnte die Niederlage aber trotz aller Mühen nicht verhindern. Die Rebels können sich jedoch aus dieser Leistung durchaus Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben ziehen.
Spieldaten im Detail
Aufstellungen
Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Raphael Rödel – Dane Montgomery, Calvin Fischer, Alex Blais, Daniel Pronin, Jack Bloem, Toni Ritter, Fabian Renner, Wyatt Schingoethe, David Kirchhoff, Jannik Herm, Emre Yamak, Maxime Bickel, Jannik Dornberger, Denis Root, Maik Hess, Nolan Renke, Yannick Moder
Tölzer Löwen: Matthias Bittner (Start), Enrico Salvarani – Karel Klikorka, Alexander Fichtner, Topi Piipponen, Michael Keränen, Ludwig Nirschl, Toms Prokopovics, Nicolas Sauer, Christoph Fischhaber, Florian Kästele, Michael Schuster, Kilian Kathan, Quirin Schlager, Johannes Haßmann, Dennis Dietmann, Florian Krumpe, Sandro Schönberger, Alex Grossrubatscher, Niklas Hörmann, Xaver Schuler
Tore
Stuttgart Rebels: Bickel (1:42), Pronin (35:46), Bloem (43:15)
Tölzer Löwen: Schuster (29:47), Hörmann (33:53), Piipponen (34:45, 47:01)
Strafen
Stuttgart Rebels: 6 Minuten
Tölzer Löwen: 6 Minuten
Zuschauer: 705
Schiedsrichter: Singaitis, Anselm
Linienrichter: Schmitt, Schwebius





