Herbe 6:2 Auswärtsniederlage in Passau

Die Stuttgart Rebels mussten am Samstagabend in der Eis-Arena Passau eine deutliche 6:2 Niederlage hinnehmen. Vor 736 Zuschauern zeigten die Gäste erneut eine schwache Leistung und konnten trotz nomineller Überlegenheit im Kader nicht an ihre Möglichkeiten anknüpfen. Mit Nick Vieregge im Tor ging es für die Rebels darum, endlich wieder Punkte einzufahren und die negative Serie zu beenden.

Spielverlauf

Erstes Drittel

Die Rebels starteten wie die letzten Spiele mit einer gewissen Arroganz in die Partie. Dennoch gelang nach einer Strafe gegen Christoph Schmidt (7:08) in der 7:32 Minute die Führung: Im Powerplay lief Wyatt Schingoethe eine perfekte Route, um die Aufmerksamkeit der Verteidiger auf sich zu ziehen, während Jayden Lammel im Slot völlig freistand und den Querpass von Alex Blais zum 0:1 mustergültig verwertete.

Die Führung hatte jedoch keinen Bestand. In der 11:40 Minute glich Maans Hansson für die EHF Passau Black Hawks aus. Ein Schuss von der blauen Linie, den Nick Vieregge aufgrund eines Screens nicht festhalten konnte, prallte ab und Maans hatte leichtes Spiel, die Scheibe ins leere Netz zu befördern. Vorbereitet wurde der Treffer von René Röthke und Brendan Harrogate im Powerplay der Gastgeber. Mit dem 1:1 ging es in die erste Pause.

Zweites Drittel

Das zweite Drittel begann denkbar schlecht für Stuttgart. Bereits in der 20:09 Minute brachte René Röthke die Black Hawks mit 2:1 in Führung. Ein unglücklicher Puckverlust ermöglichte es dem Passauer Stürmer, die Scheibe einfach ins Tor zu schieben. Andrew Schembri und Brendan Harrogate bereiteten den Treffer vor.

Trotz der vollen Reihen, verweigerten die Rebels in der Folgezeit die Eishockeybasics und überließen den Passauern das Spiel ohne Gegenwehr. Folglich vergrößerte sich der Rückstand. In der 32:42 Minute erhöhte Brendan Harrogate auf 3:1. Ein Klärungsversuch prallte unglücklich an der Bande ab, wurde vor das Tor befördert und nur halbherzig verteidgt. An der blauen Linie fing Harrogate den Puck ab und traf aus dem Handgelenk. René Röthke und Andrew Schembri leisteten die Vorarbeit.

Nur 81 Sekunden später, in der 34:03 Minute, baute Andrew Schembri die Führung der Hausherren auf 4:1 aus. Nach einer Strafe gegen Jayden Lammel (33:36, Rough) nutzte Passau das Powerplay eiskalt. Nach Bullygewinn wurde die Scheibe hin und her geschoben, bis die Stuttgarter Spieler es sich als Zuschauer bequem machten und die Passauer einen völlig freien Spieler am linken Pfosten bedienen konnten. Maans Hansson und Brendan Harrogate assistierten. Mit einem verdienten 1:4 Rückstand ging es in die zweite Drittelpause.

Drittes Drittel

Die Rebels mussten im Schlussdrittel eine Reaktion zeigen. Diese kam in der 42:21 Minute im Powerplay: Nach einer Strafe gegen Maans Hansson (40:30) zog Jannik Herm einfach ab, die Scheibe prallte von den Schonern des Torhüters ab und nach einem Gewühl vor dem Tor versenkte Florian Renner zum 4:2. Dane Montgomery leistete ebenfalls einen Assist.

Doch Stuttgart entschied sich knapp sieben Minuten vor Schluss für ein riskantes Manöver: Beim eigenen Powerplay zogen sie den Torhüter vom Eis und provozierten ein 6 gegen 4. Diese mutige Entscheidung erwies sich als fatal, als man vollkommen überflüssig und vie zu schnell den Abschluss suchte, der Schuss geblockt wurde und dann der geblockten Schuss in der 53:26 Minute von Elias Rott per Shorthander ins leere Tor zum 5:2 befördert wurde. Daniel Maul bereitete den Treffer vor.

Das Spiel war damit entschieden. Die Rebels ergaben sich ihrem Schicksal. In der 58:15 Minute setzte Andrew Schembri mit seinem zweiten Treffer des Abends den Schlusspunkt zum 6:2 Endstand. Christian Neuert und René Röthke bereiteten das Tor vor, bei dem die Scheibe unglücklich am Schlittschuh eines Verteidigers abprallte, Vieregge den Pass versuchte abzufangen und dadurch die Scheibe zu Andrew Schembri gelang, welcher dann ein leeres Netz vor sich fand.

In den letzten Wochen hat sich die Mannschaft um eine sehr gute Ausgangsposition im Kampf um die Pre-Play-Off Plätze leider selbst beraubt. Rein von der individuellen Qualität und Kadertiefe sind die Rebels im Vergleich zu den letzten Saisons weitaus besser besetzt. Das Fazit auch dieses Spieles ist, ohne die Stuttgarter DNA – harte Arbeit, Willen und Zweikampfstärke – wird das Siegen schwer.

Spieldaten im Detail

Aufstellungen

EHF Passau Black Hawks: Marco Eisenhut (Start), Janik Engler – Michael Reich, Christoph Schmidt, Tom Horschel, Philipp Faulhaber, Daniel Maul, Jonas Stern, Elias Rott, Brendan Harrogate, Andrew Schembri, Leonard Mößinger, David Seidl, Maans Hansson, René Röthke, Christian Neuert

Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Raphael Rödel – Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Alex Blais, Jayden Lammel, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, David Kirchhoff, Jannik Herm, Jack Bloem, Wyatt Schingoethe, Reagan Poncelet, Dane Montgomery, Maxime Bickel, Denis Root, Aleksandrs Kohans, Maik Hess, Emre Yamak

Tore

EHF Passau Black Hawks: Maans (11:40), Röthke (20:09), Harrogate (32:42), Schembri (34:03, 58:15), Rott (53:26)

Stuttgart Rebels: Lammel (7:32), Renner (42:21)

Strafen

EHF Passau Black Hawks: 19 Minuten

Stuttgart Rebels: 39 Minuten + (20′ Spieldauer)

Zuschauer: 736

Schiedsrichter: Michael Zettl, Benedikt Lender

Linienrichter: Lukas Herrmann, Soeren Kriebel