Herbe 12:4 Niederlage in Bad Tölz
Nach der katastrophalen 0:11 Niederlage beim Auswärtsauftakt gegen den EC Peiting folgten zwei starke Heimspiele: Zunächst schockten die Rebels die Titelfavoriten aus Memmingen mit einem 6:5 Sieg in der Overtime, bevor sie beim Auftakt der zweiten Spielwoche mit einem 8:0 Erfolg nachlegten. Am Sonntag zu Gast bei den Tölzer Löwen wollte man an diese positiven Ergebnisse anknüpfen und den Fans zeigen, dass es auch auswärts funktionieren kann. Die Rebels begannen mit Nick Vieregge im Tor, wobei Engel, Derraugh und Poncelet weiterhin fehlten.
Spielbericht
1. Drittel
Die Rebels starteten gut in die Partie und den Zuschauern bot sich zunächst ein Spiel auf hohem Niveau und Augenhöhe. Keinem Team gelang es, sich im Angriffsdrittel über längere Zeit festzusetzen. Die erste Großchance des Spiels gehörte dann aber den Gastgebern aus Tölz: In der 3:29 Minute feuerte Alexander Fichtner einen Schuss von der blauen Linie auf das Tor der Stuttgarter ab, wobei durch einen Screen dem Torhüter der Rebels teilweise die Sicht geraubt wurde. Damit stand es 1:0 für die Tölzer Löwen.
Wichtig war nun die Antwort der Rebels und lange musste man nicht warten. Nach einem Bullygewinn geriet die Tölzer Abwehr ins Straucheln und alle fünf Mann verteilten sich rund um den Torraum. Dadurch konnten sich die Rebels blitzschnell durchkombinieren und Kapitän Dane Montgomery hatte alle Zeit, um einen Strahl aufs Tor der Tölzer abzugeben. Die Sicht für den Torhüter war aufgrund der vielen Spieler vor dem Tor sehr schwer, zudem wurde der Puck vom eigenen Verteidiger unhaltbar abgelenkt. Ausgleich zum 1:1 in der 5:42 Minute, assistiert von Aleksandrs Kohans und Nico Geidl.
Das Spiel machte weiter sehr viel Freude – in dieser Phase ein offener Schlagabtausch zweier ebenbürtiger Gegner. In der 6:40 Minute zogen die Rebels dann die erste unnötige Strafe (Kohans) und die Löwen zeigten gleich, dass man dies unterlassen sollte. Es dauerte keine 60 Sekunden und schon belohnten sich die Löwen mit der zwischenzeitlichen Führung: Nicolas Sauer traf im Powerplay zum 2:1 (7:54), vorbereitet von Alex Grossrubatscher und Dominik Daxlberger, womit auch der Drittelendstand feststand.
2. Drittel
Das 2. Drittel begann gut für die Rebels, die nun richtig aufdrehten und deutlich spielbestimmender starteten. Und nicht nur die Löwen hatten ein sehr gutes Powerplay: Nach einem Stockschlag waren die Rebels daran, zu beweisen, was sie im Powerplay können. Die Rebels schafften es, die Positionen schnell zu finden und am Ende war es Jayden Lammel, der den Puck zum Ausgleich im Netz der Tölzer unterbrachte. 2:2 in der 23:26 Minute im Powerplay, assistiert von Matthew Pistilli und Dane Montgomery.
Und die Rebels ließen sich nicht mehr stoppen: Nach einem erneuten Powerplay war es Alex Blais, der wunderschön die Tölzer Abwehr aushebelte, den Torhüter weit aus seinem Kasten rauslockte und dann die Übersicht für Fabian Renner hatte, der die Scheibe ins leere Tor beförderte. Damit übernahmen die Rebels zum ersten Mal die Führung. 2:3 in der 28:04 Minute, das zweite Powerplaytor der Rebels. Die Stuttgarter hatten in dieser Phase klar das Momentum auf ihre Seite gezogen. Der Tölzer Riese strauchelte.
Die Spannung der Partie war weiterhin hoch und so sagten auch die Löwen nicht nein, als sie sich kurze Zeit später selbst im Powerplay wiederfanden. Nach einem erst gut geblockten Schuss schaffte es Vieregge nicht mehr, die Scheibe zu sichern, und so kullerte diese durch seine Beine in den Torraum, wo die Tölzer durch Florian Kästele zum 3:3 Ausgleich (31:53) einarbeiteten, assistiert von Topi Piipponen und Ludwig Nirschl.
Alles deutete auf einen wunderschönen Eishockeyabend mit einem knappen Spiel hin, bei dem allem Anschein nach vor allem darauf ankommen würde, welches Team weniger Strafen zulässt. Doch die folgende Entscheidung der Schiedsrichter ruinierte diesen schönen Abend für alle Beteiligten der Rebels. Einen Zweikampf in der offensiven Zone bewerteten die Schiedsrichter als Kniecheck / Low Hit und bemühten den Videobeweis. Der schwer getroffene Tölzer Spieler konnte sich jedoch schnell wieder berappeln und spielte zum Glück im nächsten Shift wieder mit. Nach Videobeweis entschieden die Schiedsrichter auf 5 Minuten plus Spieldauer gegen Lammel. Eine sehr harte Entscheidung, für einen Zweikampf der eher im Schulterbereich stattgefunden hat.
Die ersten knapp 3 1/2 Minuten überstanden die Rebels noch gut, doch dann brachen alle Dämme und es ging ganz schnell: 4:3 in der 36:56 Minute durch Florian Kästele (Assists: Andree Hult, Karel Klikorka), kurz darauf folgte das 5:3 in der 37:36 Minute durch Toms Prokopovics (Assists: Dominik Daxlberger, Sandro Schönberger) und dann das 6:3 in der 37:53 Minute durch Andree Hult (Assists: Topi Piipponen, Ludwig Nirschl). Alle drei Tore fielen im Powerplay. Diese eine Abfolge unglücklicher Ereignisse bedeutete so ziemlich das Ende des Spiels für die Rebels. Mit schon sehr kurzer Bank einen wichtigen Stürmer zu verlieren und das gesamte Momentum nun auf Seiten der Löwen wiederzufinden, machte es sehr schwierig, dieses Spiel noch zu drehen.
3. Drittel
Das Drittel begann genau damit, womit auch das letzte Drittel abgeschlossen hatte. Was sich den Rebels Fans nun darbot, war nicht mehr akzeptabel, denn diese wurden nun komplett überrannt.
Nur 45 Sekunden nach Wiederanpfiff folgte das 7:3 in der 40:46 Minute von Florian Kästele (Assists: Toms Prokopovics, Michael Schuster), bereits sein dritter Treffer des Abends. Zwei Minuten später dann das 8:3 in der 42:21 Minute durch Ludwig Nirschl (Assists: Topi Piipponen, Karel Klikorka).
Auch wenn man sich in den folgenden acht Minuten etwas besser verteidigen und sogar noch ein wenig Ergebnisbeschönigung betreiben konnte, als Top-Torschütze Nico Geidl zum 8:4 Torerfolg (nach Videobeweis) in der 48:24 Minute kam (Assists: David Kirchhoff, Fabian Renner), ließ das die Löwen nicht locker. In der 49:01 Minute hieß es 9:4 durch Topi Piipponen (Assists: Ludwig Nirschl, Andree Hult), und vier Minuten später wurde das Ergebnis dann zweistellig, als Andree Hult mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 10:4 in der 53:01 Minute traf (Assists: Karel Klikorka, Alexander Fichtner).
Nach einem erneuten Powerplay gegen die Rebels musste man erneut elf Treffer auswärts einstecken, als Nicolas Sauer das Powerplay nutzte, um in der 54:19 Minute zum 11:4 zu erhöhen (Assists: Alex Grossrubatscher, Dominik Daxlberger), sein zweiter Treffer des Spiels. Der Schlusstreffer erfolgte dann in der 55:56 Minute, als Alexander Fichtner ebenfalls zu seinem zweiten Treffer des Abends zum Endstand von 12:4 traf (Assists: Dominik Daxlberger, Topi Piipponen).
Spieldaten
Aufstellungen
Tölzer Löwen: Enrico Salvarani (Start), Maximilian Berger – Karel Klikorka, Xaver Schuler, Toms Prokopovics, Jakob Oberhöller, Topi Piipponen, Andree Hult, Nicolas Sauer, Alexander Fichtner, Dominik Daxlberger, Simon Manhart, Florian Kästele, Ismailcan Sahanoglu, Michael Schuster, Sandro Schönberger, Kilian Kathan, Dennis Dietmann, Florian Krumpe, Ludwig Nirschl, Alex Grossrubatscher
Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Erik Eder – Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Alex Blais, Jayden Lammel, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, David Kirchhoff, Matthew Pistilli, Jannik Herm, Dane Montgomery, Emre Yamak, Aleksandrs Kohans
Tore
Tölzer Löwen: Fichtner (3:29, 55:56), Sauer (7:54, 54:19), Kästele (31:53, 36:56, 40:46), Prokopovics (37:36), Hult (37:53, 53:01), Nirschl (42:21), Piipponen (49:01)
Stuttgart Rebels: Montgomery (5:42), Lammel (23:26), F. Renner (28:04), Geidl (48:24)
Strafen
Tölzer Löwen: 6 Minuten
Stuttgart Rebels: 15 Minuten + 20 Minuten Spieldauer (Lammel)
Zuschauer: 1.293
Schiedsrichter: Markus Wohlgemuth, Ruben Kapzan
Linienrichter: Natalie Michaela Bertl, David Kreuzer





