Deutliche 4:7 Heimniederlage gegen die Selber Wölfe

Nach den zuletzt wechselhaften Auftritten wollten die Stuttgart Rebels vor heimischem Publikum in der Eiswelt Stuttgart wieder zurück in die Erfolgsspur finden. Mit 623 Zuschauern und Nick Vieregge im Tor sollte gegen die stark unter Druck stehenden Selber Wölfe ein Sieg her. Doch es sollte ein schwieriger Abend werden.

Spielverlauf

Erstes Drittel

Die Partie begann überraschend ausgeglichen. Beide Mannschaften tasteten sich vorsichtig ab, ohne dass eine Seite klare Dominanz zeigen konnte. Die Rebels, angeführt von ihrer Startreihe mit Wyatt Schingoethe, Jannik Herm und Daniel Pronin, versuchten früh den Ton anzugeben. Auch die Gäste aus Selb blieben gefährlich und setzten immer wieder Nadelstiche durch ihre erste Formation mit Richard Gelke, Lois Spitzner und Christopher Schutz.

Beide Torhüter, Nick Vieregge auf Seiten der Rebels und Michel Weidekamp bei den Wölfen, zeigten sich in dieser Phase hellwach und verhinderten einen frühen Treffer. Die Defensivreihen standen auf beiden Seiten zunächst kompakt, sodass klare Torchancen Mangelware blieben. Mit einem torlosen 0:0 und jeweils 11 Schüssen aufs Tor ging es in die erste Pause. Ein ausgeglichenes Drittel, in dem sich noch keine der beiden Mannschaften einen entscheidenden Vorteil erarbeiten konnte.

Zweites Drittel

Der Mittelabschnitt sollte die Wende bringen. Zunächst musste Toni Ritter in der 20:29 Minute wegen Haltens auf die Strafbank. Die Rebels konnten das Unterzahlspiel zunächst gut gestalten, doch in der 22:12 Minute schlug Niko Lahtinen nach einer schlechten Zuordnung zu. Der finnische Stürmer nutzte die Überzahl eiskalt zum 0:1, vorbereitet von Richard Gelke und Christopher Schutz.

Die Hausherren versuchten nun, schnell den Ausgleich zu erzielen und drückten auf das Tor der Gäste. Doch dabei verloren sie zunehmend die defensive Stabilität. In der 24:11 Minute war es Christopher Schutz, der nach schöner Vorarbeit von Gelke und Spitzner auf 0:2 erhöhte. Die Rebels wirkten nun verunsichert, die Manndeckung stimmte nicht mehr.

In der 28:52 Minute folgte dann die große Chance für Stuttgart: Philip Rubin kassierte eine Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Kniehecks (Moder wird deshalb verletzungsbedingt kurzfristig ausfallen). Doch erst kurz vor Ende des Powerplays, in der 33:00 Minute, gelang Wyatt Schingoethe der Anschlusstreffer zum 1:2. Der US-Amerikaner kombinierte sich mit Dane Montgomery und Alex Blais durch und beförderte den Puck eiskalt in die Maschen.

Die Hoffnung währte jedoch nur kurz. Nur 53 Sekunden nach dem Schiedsrichter-Anpfiff nach einer vollkommen unnötigen Strafe gegen Nick Vieregge (abgesessen von Emre Yamak) erhöhten die Wölfe wieder auf 1:3. Marcel Tabert traf in der 37:13 Minute nach Zuspiel von Philip Ziesche und Kende Kassay-Kezi. Die kurze Bank der Rebels wurde zusehend spürbar, und nur 91 Sekunden später schlug Lahtinen erneut zu. In der 38:44 Minute stellte er auf 1:4, assistiert von Erik Nemec und Thomas Gauch. Mit diesem deutlichen Rückstand ging es in die zweite Pause.

Drittes Drittel

Der Schlussabschnitt begann mit einem weiteren Nackenschlag für die Gastgeber. Bereits in der 41:43 Minute erzielte Lahtinen seinen dritten Treffer des Abends zum 1:5. Nemec und Lukas Valasek bereiteten den Treffer vor. Die Partie schien früh entschieden.

Doch die Rebels gaben nicht auf. In der 46:08 Minute verkürzte Jannik Herm auf 2:5, nachdem Wyatt Schingoethe und Jack Bloem vorgearbeitet hatten. Nur zwei Minuten später erhöhte Erik Schuler für Selb wieder auf 2:6 (48:21 Minute), vorbereitet von Valasek und Spitzner.

In einer turbulenten Schlussphase mit zahlreichen Strafen auf beiden Seiten zeigten die Rebels nochmal Moral. In der 51:29 Minute kassierten sowohl Dane Montgomery als auch Niko Lahtinen und Thomas Gauch zeitgleich Strafen wegen Raufens. Kurz darauf folgte eine weitere Strafe gegen Toni Ritter wegen Cross-Checks (52:33 Minute).

In Unterzahl gelang dann das kleine Wunder: Jack Bloem verkürzte in der 52:42 Minute zum 3:6 im Shorthanded-Spiel, assistiert von Schingoethe. Nur 27 Sekunden später war es erneut Schingoethe, der ebenfalls in Unterzahl ohne Vorlage zum 4:6 traf (53:09 Minute). Plötzlich war die Spannung zurück.

Doch die Hoffnung auf eine Aufholjagd wurde schnell zunichte gemacht. Lahtinen stellte in der 54:34 Minute mit seinem vierten Treffer des Abends den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Gelke und Schutz bereiteten das 4:7 vor, das auch den Endstand bedeuten sollte. Trotz einer weiteren Strafe gegen David Kirchhoff (55:41 Minute) und einer späten Überzahl nach einer Strafe gegen Erik Nemec (57:51 Minute) gelang den Rebels kein weiterer Treffer mehr.

Am Ende stand eine 4:7 Heimniederlage. Die Rebels konnten ihre Chancen in der offenen Phase des Spiels nicht nutzen und setzten sich durch zu offensives Spiel unter Druck, was die Gäste eiskalt ausnutzten. Nick Vieregge parierte 33 von 40 Schüssen (82,5 Prozent Fangquote). Die Mannschaft hat zu keiner Zeit aufgegeben. Die nachlassende Kraft lies jedoch an diesem Abend nicht mehr zu und Selb bedankt sich für die Aufbauhilfe.

Spieldaten im Detail

Aufstellungen

Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Erik Eder – Wyatt Schingoethe, Jannik Herm, Daniel Pronin, Toni Ritter, David Kirchhoff, Dane Montgomery, Alex Blais, Jack Bloem, Nolan Renke, Calvin Fischer, Florian Renner, Fabian Renner, Yannick Moder, Emre Yamak

Selber Wölfe: Michel Weidekamp (Start), Nico Wiens – Richard Gelke, Lois Spitzner, Christopher Schutz, Stephan Tramm, Maximilian Gläßl, Niko Lahtinen, Erik Nemec, Lukas Valasek, Thomas Gauch, Kende Kassay-Kezi, Dominik Müller, Marcel Tabert, Philip Ziesche, Philip Rubin, Erik Schuler, Felix Bauer, Jonas Hördler, Max Klughardt, Moritz Raab

Tore

Stuttgart Rebels: Schingoethe (33:00, 53:09), Herm (46:08), Bloem (52:42)

Selber Wölfe: Lahtinen (22:12, 38:44, 41:43, 54:34), Schutz (24:11), Tabert (37:13), Schuler (48:21)

Strafen

Stuttgart Rebels: 12 Minuten

Selber Wölfe: 11 Minuten (+ 20′ Spieldauer)

Zuschauer: 623

Schiedsrichter: Vanessa Anselm, Tim Heffner

Linienrichter: Patrick Mylius, Arne Wallek