Deutliche 1:6 Auswärtsniederlage in Bayreuth
Am Sonntagabend mussten sich die Stuttgart Rebels bei den onesto Tigers Bayreuth mit 1:6 geschlagen geben. Vor 1.384 Zuschauern im Kunsteisstadion Bayreuth hofften die Rebels nach zuletzt durchwachsenen Leistungen endlich auf den Start einer Siegesserie. Mit nur einem guten Start und einer soliden Torhüterleistung brach die Defensive der Rebels im zweiten Drittel völlig ein und man konnte sich nicht mehr erholen. Die Niederlage war letztendlich verdient.
Spielverlauf
Erstes Drittel
Die Anfangsphase gestaltete sich ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die Hausherren. Bayreuth zeigte mehr Druck auf das Tor von Erik Eder, doch die Rebels verteidigten zunächst konzentriert und ließen keine klaren Torchancen zu. Offensiv setzten die Stuttgarter auf schnelle Konter, um sich aus der Umklammerung zu befreien. Eine erste Strafe gegen Jannik Herm (04:38, Charging) überstanden die Rebels unbeschadet.
In der 7. Minute entwickelte sich die erste strittige Szene des Abends: Ein Tip-In aus nächster Nähe prallte von der Oberkante der Latte ab und fiel in den Torraum zurück. Zwei Bayreuther Spieler versuchten den Puck über die Linie zu arbeiten, doch nach Videobeweis entschieden die Schiedsrichter auf kein Tor. Die Rebels kamen allerdings nicht ungestraft davon: Toni Ritter kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Cross-Checking (09:21). Das Unterzahlspiel wurde jedoch schnell wieder ausgeglichen, als Aidan Brown für Bayreuth wegen High-Sticking ebenfalls auf die Strafbank musste (09:54).
Im resultierenden 4 gegen 4 wurden die Rebels aktiver und spielten nun mutiger nach vorne. Nach einer wilden Szene im Bayreuther Drittel standen plötzlich vier Tigers-Spieler im eigenen Torraum, wodurch Dane Montgomery und Toni Ritter mehrere Abschlussmöglichkeiten hatten, die aber alle von Maximilian Meier vereitelt wurden.
Dann die Führung für Stuttgart: In der 18:26 Minute nutzte Nico Geidl einen 2 gegen 1 Konter. Sein erster Schuss wurde von Meier abgeprallt, doch Geidl blieb wachsam und versenkte seinen eigenen Abpraller zum 0:1. Ein Treffer zur perfekten Zeit, nur 1:34 Minuten vor der ersten Pause.
Doch die Freude währte nicht lange: Mit genau null Sekunden auf der Uhr schien Bayreuth noch auszugleichen. Nach langen Diskussionen und Überprüfung entschieden die Schiedsrichter jedoch, dass der Puck die Linie nicht vor der Drittelsirene überquert hatte. So ging es mit der knappen 0:1 Führung in die erste Pause.
Zweites Drittel
Das zweite Drittel sollte zum Albtraum für die Rebels werden. Bereits nach 2:47 Minuten fiel der Ausgleich: Jan Hammerbauer nutzte den Tiefschlaf der Rebels in der eigenen D-Zone. Nach einem Schuss von der blauen Linie konnte Erik Eder den Puck nur abprallen lassen, und Hammerbauer schob unbedrängt zum 1:1 ein (22:47). Vorbereitet wurde der Treffer von Adam Schusser und Lars Stelzmann.
Trotz 5 neuer Kräfte hielt der Tiefschlaf im nächsten Shift an. Nur 14 Sekunden später der nächste Schlag: Aidan Brown erhielt einen Querpass von Michal Spacek im Slot und vollendete eiskalt zur 2:1 Führung (23:01). Auch Jesper Müllejans war an der Vorbereitung beteiligt.
Die Rebels waren völlig aus dem Konzept und fanden keine Ordnung mehr in der Defensive. Nur 56 Sekunden nach dem zweiten Treffer folgte das 3:1: Cameron Leask traf nach Vorarbeit von Jan Hammerbauer und Kyle Bollers (23:57). Innerhalb von nur 70 Sekunden hatten die Tigers das Spiel überraschend komplett gedreht und die wehrlosen Stuttgarter regelrecht zerlegt. Coach Melichar nahm daraufhin eine Auszeit.
Nach diesem Dreifachschlag wechselten die Rebels den Torhüter: Nick Vieregge ersetzte Erik Eder im Tor. Bayreuth machte weiter Druck, doch Vieregge zeigte sich zunächst sicher und verhinderte einen weiteren schnellen Gegentreffer. Die Rebels stabilisierten sich etwas und versuchten, wieder ins Spiel zu finden.
In der 32. Minute kam es zu einer gefährlichen Szene, allerdings nicht in Bezug auf Torgefahr: Matthew Pistilli versuchte einen Screen vor dem Bayreuther Tor, als Maximilian Meier aus seinem Torraum fuhr und unglücklich mit seinem Kopf gegen Pistillis Kopf. Die Heimfans forderten lautstark eine Strafe, doch die Schiedsrichter entschieden korrekt auf keine Strafe, da kein Vorsatz erkennbar war. Auch diese Aktion brachte keine Wende.
Wenig später versuchte sich ein Bayreuther Stürmer sogar an einem Michigan-Versuch hinter dem Tor, der jedoch problemlos von der Stuttgarter Verteidigung geklärt werden konnte.
Die nächste kalte Dusche folgte in der 38:03 Minute: Michal Spacek erhöhte auf 4:1, vorbereitet von Jesper Müllejans und Cameron Leask. Der Puck prallte zunächst von Vieregges Schoner ab, wurde dann in die Luft befördert und von Spacek aus der Luft ins Tor gedrückt. Nach Videobeweis gaben die Schiedsrichter das Tor. Mit diesem nun drei Tore Rückstand ging es in die zweite Pause. Die Aufgabe für die so auftretenden Rebels war nun fast aussichtslos geworden.
Drittes Drittel
Das letzte Drittel sollte nochmals eine Wende bringen, doch die Stuttgarter kamen völlig harmlos aus der Kabine. Bereits nach wenigen Sekunden hatte ein Tigers-Spieler eine Eins-gegen-Eins-Chance gegen Vieregge, traf aber nur den Pfosten. Das Glück hielt jedoch nicht lange: In der 40:39 Minute erhöhte Jan Hammerbauer mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 5:1. Erneut war es eine schlechte Zuordnung in der Stuttgarter Defensive, die dem Bayreuther Stürmer den Weg durch den Slot ermöglichte. Er schob den Puck unter Vieregges Schonern hindurch ins Tor. Adam Schusser und Michal Spacek bereiteten vor.
In der 43. Minute erhielten die Rebels die Chance, ein Lebenszeichen zu setzen: Ein Powerplay sollte vielleicht doch noch einmal Hoffnung bringen (41:36, Alexander Barber wegen Hakens). Doch auch diese Überzahl blieb ungenutzt. Die Tigers verteidigten konzentriert und ließen keine gefährlichen Abschlüsse zu.
Stattdessen war es erneut Bayreuth, das gefährlich wurde: Ein weiterer Pfostenschuss zeigte, dass die Hausherren weiterhin das Spielgeschehen dominierten, während die Rebels offensiv kaum noch Akzente setzen konnten.
In der 49:10 Minute fiel schließlich das 6:1: Aidan Brown traf zu seinem zweiten Tor des Abends, nachdem erneut ein Zuordnungsfehler in der Stuttgarter Defensive einen Tigers-Spieler völlig frei im Slot stehen ließ. Assistiert wurde Brown von Jesper Müllejans und Kyle Bollers.
Die restliche Spielzeit plätscherte ereignisarm dahin. Die onesto Tigers Bayreuth kontrollierten das Geschehen souverän, während die Stuttgart Rebels keine nennenswerten Offensivaktionen mehr zustande brachten und sich dem Schicksal ergaben. Am Ende stand eine verdiente 6:1 Niederlage, die vor allem auf die katastrophale Defensivleistung im zweiten Drittel und generell einer zu kraftlosen Performance zurückzuführen war.
Spieldaten im Detail
Aufstellungen
onesto Tigers Bayreuth: Maximilian Meier (Start), Kilian Kühnhauser – Alexander Barber, Michal Spacek, Cameron Leask, Jan Hammerbauer, Kyle Bollers, Jesper Müllejans, Lennard Habeck, Adam Schusser, Lars Stelzmann, Lucas Flade, Sebastian Binder, Aidan Brown, Niklas Heinzinger, Jonas Langmann, Niko Fissekis, Matyas Kantner, Robin Slanina, Tim Zimmermann, Emil Lessner
Stuttgart Rebels: Erik Eder (Start), Nick Vieregge – Dane Montgomery, Toni Ritter, Matthew Pistilli, Nico Geidl, Jannik Herm, Jayden Lammel, Fabian Renner, Florian Renner, Daniel Pronin, David Kirchhoff, Emre Yamak, Aleksandrs Kohans, Maxime Bickel
Tore
onesto Tigers Bayreuth: Hammerbauer (22:47, 40:39), Brown (23:01, 49:10), Leask (23:57), Spacek (38:03)
Stuttgart Rebels: Geidl (18:26)
Strafen
onesto Tigers Bayreuth: 15 Minuten
Stuttgart Rebels: 13 Minuten
Zuschauer: 1.384
Schiedsrichter: Erich Singaitis, Artur Votler
Linienrichter: Henri Stehl, Christopher Milling





