Shootout-Thriller zum Saisonabschluss
Die reguläre Saison 2025/26 neigt sich dem Ende, und die Stuttgart Rebels empfingen am letzten Spieltag die Tölzer Löwen in der Eiswelt Stuttgart. Um die Pre-Playoffs noch zu erreichen, mussten die Rebels drei Punkte einfahren und gleichzeitig auf Schützenhilfe aus anderen Spielen hoffen. Die Aufgabe wurde zusätzlich erschwert: Verteidiger David Kirchhoff fehlte wegen einer nachträglichen Sperre des DEB, und Top-Scorer Alex Blais fiel verletzungsbedingt aufgrund eines Checks in Lindau aus. Matthew Pistilli rückte ins Aufgebot, unterstützt wurde das Team von den Förderlizenzspielern Denis Root und Maik Hess von den Jungadlern Mannheim.
Spielverlauf
Erstes Drittel
Die Rebels starteten wie entfesselt in die Partie. Bereits nach 02:29 Minuten zog Toni Ritter aus der Distanz ab und überraschte Tölz-Keeper Joshua Baron, der den Puck nicht festhalten konnte. Vorbereitet von Nick Vieregge und Jack Bloem stand es früh 1:0. Nur wenige Minuten später legten die Stuttgarter nach: Elvis Gorontzy-Slack fing einen Pass der Tölzer ab, fuhr hinter das Tor, fand Jayden Lammel im Slot, der den Puck zum 2:0 ins leere Netz schob (06:58). Stuttgart war klar am Drücker.
Kurz darauf kassierte Lammel eine Strafe wegen Hakens (15:53), doch die Rebels überstanden das Penalty-Killing konzentriert. Auf der Gegenseite zog sich Tölz dann in der 19:20-Minute noch eine Strafe ein, als Maximilian Spöttel wegen Chargings vom Eis musste. Die Rebels nutzten das Powerplay konsequent: Jack Bloem fand Matthew Pistilli am langen Pfosten, der das 3:0 im Powerplay erzielte und dabei noch 37 Sekunden auf der Uhr standen (19:57). Mit einer komfortablen Drei-Tore-Führung ging es in die erste Pause.
Zweites Drittel
Das Mitteldrittel sollte die Wendung bringen. Tölz kam mit mehr Druck aus der Kabine und erarbeitete sich das Momentum. Obwohl Nick Vieregge mehrfach stark parierte, fiel in der 32:52-Minute der erste Gegentreffer: Andree Hult traf zum 3:1, vorbereitet von Topi Piipponen und Ludwig Nirschl. Die Tölzer witterten ihre Chance und drängten weiter.
Toms Prokopovics kassierte eine Strafe wegen Behinderung (26:26), doch die Rebels konnten das Powerplay nicht nutzen. Danach spielten die Tölz Buam mit enorm viel Eiszeit ihrer ersten Sturmreihe und Druck. Die Rebels fanden nicht mehr zu ihrem System. Folglich stellten die Gäste in der 38:46-Minute auf 3:2, als Karel Klikorka nach Vorarbeit von Korbinian Hopper und Andree Hult traf. Noch neun Sekunden vor Ende des Drittels gelang Hult, diesmal mit Assists von Alex Grossrubatscher und Karel Klikorka, der 3:3-Ausgleich (39:57). Ein Schock für die Rebels, die mit einem Gleichstand in die zweite Pause mussten. Wieder einmal hat man das 2. Drittel verschlafen.
Drittes Drittel
Aufgrund mehrerer Spielunterbrechungen und der dadurch bedingten Verzögerung waren die Partien der Konkurrenz zu Beginn des Schlussdrittels bereits in ihren Schlussminuten. Für die Rebels stand damit fest: Die Pre-Playoffs waren auch bei einem 3-Punkte Sieg nicht mehr zu erreichen. Dennoch wollten sie dem heimischen Publikum, das mit knapp 1.000 Zuschauern die Eiswelt Stuttgart nahezu füllte, einen würdigen Saisonabschluss bieten.
Obwohl die Rebels wieder zurück in die Partie fanden, ließen die Tölzer auch im Schlussabschnitt nicht nach. Topi Piipponen verwertete in der 46:02-Minute nach schöner Kombination über Alex Grossrubatscher und Toms Prokopovics zum 3:4.
Die Antwort der Rebels folgte prompt. Captain Dane Montgomery holte von der blauen Linie aus und schoss durch einen dichten Screener, Baron hatte keine Sicht und der Puck rutschte ihm über die Fanghand ins Netz. Der Ausgleich zum 4:4 in der 48:22-Minute, vorbereitet von Daniel Pronin und Matteas Derraugh. Die Partie blieb bis zur Schlusssirene offen, beide Teams drängten auf den Siegtreffer, wobei die Tölzer die klareren Chancen hatte, doch Vieregge hielt seinen Kasten sauber. Es ging in die Overtime.
Overtime
Beide Teams zeigten konzentriertes, fehlerarmes Eishockey. Nick Vieregge auf der einen, Joshua Baron auf der anderen Seite verhinderten mit starken Paraden die Entscheidung. Nach fünf Minuten ohne Torerfolg musste das Penaltyschießen entscheiden.
Penaltyschießen
Das Shootout entwickelte sich zum absoluten Thriller. Die ersten beiden Schützen auf beiden Seiten scheiterten, ehe Matthew Pistilli einen phänomenalen Versuch aufs Tor brachte und zur vermeintlichen Führung traf. Doch Andree Hult ließ sich nicht beeindrucken und verwandelte auf der Gegenseite. Erst die 7. Penalty-Runde sollte die Entscheidung bringen. Hult, der Mann des Abends auf Tölzer Seite, legte kaltblütig mit seinem dritten Treffer vor. Kapitän Dane Montgomery sollte die Entscheidung wieder egalisieren, scheiterte jedoch an Baron. So sicherten sich die Tölzer Löwen am Ende mit 5:4 nach Penaltyschießen den Zusatzpunkt.
Das Spiel bot den Zuschauern einen würdigen Abschluss der Saison 2025/26. Auch wenn nun die eishockeyfreie Zeit beginnt, werden wir euch selbstverständlich auch in der Offseason mit Neuigkeiten rund um die Rebels begleiten.
Bis dahin wünschen wir allen Lesern eine erholsame Sommerpause!
Spieldaten im Detail
Aufstellungen
Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Raphael Rödel – Matteas Derraugh, Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Jayden Lammel, Elvis Gorontzy-Slack, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, Matthew Pistilli, Jannik Herm, Ben Holden, Jack Bloem, Emre Yamak, Reagan Poncelet, Dane Montgomery, Denis Root, Maik Hess
Tölzer Löwen: Joshua Baron (Start), Enrico Salvarani – Karel Klikorka, Korbinian Hopper, Toms Prokopovics, Topi Piipponen, Andree Hult, Nicolas Sauer, Christoph Fischhaber, Dominik Daxlberger, Florian Kästele, Michael Schuster, Florian Krumpe, Ludwig Nirschl, Maximilian Spöttel, Alex Grossrubatscher, Niklas Hörmann
Tore
Stuttgart Rebels: Ritter (02:29), Lammel (06:58), Pistilli (19:57 PP), Montgomery (48:22)
Tölzer Löwen: Hult (32:52, 39:57, SO), Klikorka (38:46), Piipponen (46:02)
Strafen
Stuttgart Rebels: 4 Minuten
Tölzer Löwen: 8 Minuten
Zuschauer: 1.009
Schiedsrichter: Artur Votler, Thomas Haas
Linienrichter: Patrick Mylius, Dominik Fowler





