Zu viel Leichtsinn kostet 3 Punkte gegen Selb

Die Stuttgart Rebels empfingen am Dienstagabend in der Eiswelt Stuttgart die Selber Wölfe zu einem wegweisenden Heimspiel. Mit den Verfolgern im Nacken ging es für Stuttgart um nicht weniger als die Absicherung der Pre-Playoff-Plätze, während Selb mit bereits gesichertem Playoff-Rang ohne Druck auflief. 507 Zuschauer kamen in die Eiswelt Stuttgart und erlebten eine Partie, die Stuttgart über weite Strecken selbst in den Händen hielt, letztlich aber durch zu viele leichtsinnige Fehlpässe und unnötige Turnovers aus der Hand gab.

Spielverlauf

Erstes Drittel

Die Partie begann ausgeglichen, beide Teams tasteten sich ab. In der 8:16 Minute nutzten die Selber Wölfe einen nicht angegangenen Konter eiskalt aus: Thomas Gauch vollendete zum 0:1, vorbereitet von Marcel Tabert und Richard Gelke. Stuttgart ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken.

In der 16:13 Minute kassierte Fabjon Kuqi eine Strafe wegen Stockschlags und die Rebels bekamen die erste Überzahlmöglichkeit. Das Powerplay funktionierte gut: Daniel Pronin nutzte den Konter und stellte in der 17:11 Minute zum 1:1 aus, assistiert von Reagan Poncelet und Elvis Gorontzy-Slack.

Direkt im Gegenzug kochten die Emotionen langsam hoch und so mussten sowohl Alex Blais (Roughing, 16:56) als auch Moritz Raab (Roughing, 16:56) beide auf die Strafbank. Wenig später waren dann aber wieder die Schwaben in Überzahl, als Kende Kassay-Kezi (Halten, 18:44) die Selber weiter dezimierte und Stuttgart wieder eine Überzahlchance erhielt. Diese brachte jedoch keinen weiteren Treffer, und es ging mit dem 1:1 in die erste Pause.

Zweites Drittel

Das Mitteldrittel wurde zur Schlüsselphase des Abends. Stuttgart zeigte zunächst gute Ansätze und belohnte sich in der 26:02 Minute: Denis Root arbeitete die Scheibe nach einem Konter über Leon Kreps und David Kirchhoff ins Netz zum 2:1. Die Führung währte jedoch nicht lange. Lois Spitzner glich in der 27:42 Minute zum 2:2 aus, vorbereitet von Richard Gelke und Marcel Tabert. Stuttgart fand in dieser Phase immer wieder Wege ins Angriffsdrittel, ließ sich aber durch leichtsinnige Querpassversuche im Mitteldrittel immer wieder aushebeln. Christopher Schutz bestrafte eine solche Unaufmerksamkeit in der 33:23 Minute eiskalt zum 2:3, mit Vorlagen von Niko Lahtinen und Tom Pauker. Kurz vor Ende des Drittels folgte der nächste Nackenschlag: David Kirchhoff musste wegen Beinstellens auf die Strafbank (39:54) und Selb nutzte die Unterzahl der Rebels sofort aus. Schutz traf mit einem präzisen Abschluss in der 39:59 Minute zum 2:4-Pausenstand, allein auf Vorlage von Richard Gelke. Stuttgart hatte sich das Drittel mit einer arroganten Spielweise, Pässen mit dem Rücken zum Empfänger und mangelnder Absicherung, selbst ruiniert.

Drittes Drittel

Aus der Kabine kamen die Rebels mit einem anderen Gesicht. Stuttgart agierte konzentrierter, körperbetonter und direkter in seinen Aktionen, genau das, was dem Team über weite Teile der Partie gefehlt hatte. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten: Elvis Gorontzy-Slack fälschte in der 47:49 Minute einen Schuss unhaltbar ab, Torwart Nico Wiens war im falschen Eck und der Anschlusstreffer zum 3:4 war perfekt. Dazu assistierten David Kirchhoff und Calvin Fischer. Das Momentum lag nun bei Stuttgart und knapp anderthalb Minuten später, in der 49:15 Minute, schlug Reagan Poncelet per Abfälscher zum 4:4-Ausgleich ein, vorbereitet von Jack Bloem und Gorontzy-Slack. Die Eiswelt kochte. Noch in derselben Angriffswelle schlug Dane Montgomery in der 50:11 Minute nach Vorarbeit von Florian Renner und Maik Hess zum 5:4 nach. Innerhalb von nur zweieinhalb Minuten war aus einem 3:4-Rückstand eine Führung geworden.

Doch wie auch schon im zweiten Drittel wurden die Rebels jetzt wieder überheblich und man wollte den Selber zeigen, dass man auch schönes Eishockey spielen kann. Das dies jedoch nicht die Spielweise der Rebels ist, zeigt sich schnell als Tom Pauker nach einem Fehler, assistiert von Christopher Schutz und Thomas Gauch, in der 50:42 Minute zum 5:5 die Partie ausglich. Die Partie war nun auf des Messers Schneide.

Jack Bloem kassierte in der 56:49 Minute eine dumme Strafzeit wegen Stockschlags, und Selb nutzte die Überzahl eiskalt: Schutz vollendete in der 57:28 Minute mit dem spielentscheidenden 5:6 im Powerplay, vorbereitet von Niko Lahtinen und Lois Spitzner. Die Rebels mussten nun all-in gehen um sich noch in die Overtime zu retten und zogen den Torhüter vom Eis. Wirklich gefährlich wurde man jedoch nicht mehr und dann machte Fabjon Kuqi machte in der 59:10 Minute mit dem Empty-Net-Treffer zum 5:7 alles klar, vorbereitet von Dominik Müller und Richard Gelke.

Am Ende steht eine bittere 5:7-Heimniederlage, die Stuttgart vor allem selbst zuzuschreiben ist. Wann immer die Rebels körperbetont und direkt spielten, hatten sie die Selber Wölfe im Griff. Doch zu oft verfielen die Stuttgarter in leichtsinnige Aktionen im Mitteldrittel, riskante Querpässe ohne Blickkontakt zum Mitspieler, und Selb war jedes Mal zur Stelle, um dies zu bestrafen. Nick Vieregge hielt mit 31 Paraden bei 50 Schüssen die Niederlage zumindest in Grenzen, konnte aber auch er nichts an dem Ergebnis ändern.

Spieldaten im Detail

Aufstellungen

Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Raphael Rödel – Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Alex Blais, Jayden Lammel, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, David Kirchhoff, Jannik Herm, Ben Holden, Jack Bloem, Emre Yamak, Reagan Poncelet, Dane Montgomery, Leon Kreps, Denis Root, Maik Hess, Elvis Gorontzy-Slack

Selber Wölfe: Nico Wiens (Start), Michel Weidekamp – Max Klughardt, Felix Bauer, Lois Spitzner, Erik Nemec, Kende Kassay-Kezi, Dominik Müller, Marcel Tabert, Christopher Schutz, Thomas Gauch, Nico Miksch, Fabjon Kuqi, Niko Lahtinen, Tom Pauker, Stephan Tramm, Moritz Raab, Jonas Hördler, Philip Ziesche, Richard Gelke, Lukas Valasek

Tore

Stuttgart Rebels: Pronin (17:11/PP1), Root (26:02), Gorontzy-Slack (47:49), Poncelet (49:15), Montgomery (50:11)

Selber Wölfe: Gauch (08:16), Spitzner (27:42), Schutz (33:23, 39:59/PP1, 57:28/PP1), Pauker (50:42), Kuqi (59:10/EN)

Strafen

Stuttgart Rebels: 6 Minuten

Selber Wölfe: 8 Minuten

Zuschauer: 507

Schiedsrichter: Erich Singaitis, Vanessa Anselm

Linienrichter: Sven Krumpholz, Elia Schwebius