Derbysieg mit gemischten Emotionen
Nach den letzten Derby-Niederlagen gegen die Heilbronner Falken mit 1:7, 2:8 und 1:9 wollten die Stuttgart Rebels in Heilbronn endlich wieder ein Ausrufezeichen setzen. Doch die Partie am 30. Januar 2026 stand unter besonderen Vorzeichen: Nur zwei Tage zuvor hatte Heilbronn einen Insolvenzantrag stellen müssen, was bei allen Beteiligten für gemischte Emotionen sorgte. Trotz der schwierigen Situation stellten die Falken ein nahezu komplettes Team auf, bei den Rebels fehlte verletzungsbedingt weiterhin Jayden Lammel. Nach der Trennung von Jan Melichar übernahm Matthew Pistilli die Rolle als Assistant-Coach, um den neuen Head-Coach Eu-Jin Yap zu unterstützen.
Im Tor begann Nick Vieregge für die Stuttgarter vor 2.135 Zuschauern im Eisstadion Heilbronn.
Spielverlauf
Erstes Drittel
Die Rebels starteten mit enormem Druck in die Partie und erwischten die Falken eiskalt. Bereits nach 19 Sekunden gelang Jack Bloem die Führung zum 0:1, vorbereitet von Nico Geidl und Alex Blais. Die Defensive der Heilbronner wirkte orientierungslos, und der Puck prallte zweimal am Torhüter Franz Jokinen ab, bevor Bloem ihn über die Linie drücken konnte.
Die Stuttgarter machten im Anschluss einen hervorragenden Job und ließen den Gastgebern kaum Raum zur Entfaltung. Nach 2:40 Minuten folgte der nächste Schlag: Erneut profitierten die Rebels von Unordnung in der Heilbronner Defensive. Nico Geidl nahm einen Abpraller auf und versenkte die Scheibe quer durch den Torraum zum 0:2, assistiert von Jack Bloem und Alex Blais.
Doch die Falken hatten auch eine Antwort parat. Nach 4:56 Minuten war es Thore Weyrauch, der nach einer geduldigen Angriffsszene von den Rebels im Rückraum vergessen wurde und Nick Vieregge mit einem präzisen Schuss durch das Five-Hole zum 1:2 bezwang, vorbereitet von Calder Anderson.
Die Antwort der Rebels ließ nicht lange auf sich warten. Elvis Gorontzy-Slack wurde nicht konsequent angegangen und schob den Puck quer auf Florian Renner, der in der 7:04 Minute das Scheibenglück hatte und zum 1:3 einschob. Reagan Poncelet leistete den zweiten Assist.
Die Rebels dominierten das erste Drittel mit 18:7 Torschüssen und gingen mit einer komfortablen 1:3 Führung in die Pause, während von den Rängen durchaus eine Derbyatmosphäre spürbar war.
Zweites Drittel
Die Rebels kamen äußerst stark aus der Kabine. Bereits beim ersten Angriff in der 20:17 Minute zog Alex Blais alleine auf das Tor zu und überwand Franz Jokinen im Alleingang zum 1:4. Der Treffer war von Dane Montgomery und zusätzlich von Toni Ritter vorbereitet worden.
Mittlerweile war ein deutlicher Leistungsabfall bei den Heilbronnern erkennbar. Ob die Spieler angesichts der Insolvenzsituation kein Risiko eingehen wollten oder sich ihre Kräfte für kommende Spiele einteilten, konnte man nicht genau sagen. Immerhin geht es für Heilbronn aufgrund der Insolvenzanmeldung nur noch um die goldene Ananas, da man nicht mehr an den Playoffs teilnehmen darf.
In der 23:43 Minute folgte das 1:5: Nico Geidl kombinierte präzise mit Dane Montgomery und Alex Blais, bevor er den Puck im Tor unterbrachte. Nur wenige Minuten später, in der 26:26 Minute, stellte Jack Bloem auf 1:6. Nach einem schnellen Konter über Nico Geidl und Dane Montgomery stand Bloem völlig alleine in der Mitte und verwandelte souverän.
Mit einem dominanten 1:6 nach zwei Dritteln hatten die Rebels das Spiel fest im Griff. Die Schussstatistik von 27:15 für Stuttgart spiegelte die klaren Kräfteverhältnisse wider.
Drittes Drittel
Das Schlussdrittel entwickelte sich zu einem ungewöhnlichen und würdelosen Abschluss einer Eishockeypartie. Zunächst begann das Drittel relativ normal, doch nach nur wenigen Augenblicken starteten die Ultras der Heilbronner aus Protest gegen ihre Vereinsführung in Person von Franz Böllinger ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert, das ein normales Weiterspielen unmöglich machte.
Die Partie wurde unterbrochen, während versucht wurde, die Fans zu beruhigen. Als es kurzzeitig leiser wurde und die Schiedsrichter die Partie wieder anpfeifen wollten, setzte das Pfeiforchester sofort erneut ein. Daraufhin einigten sich beide Teams darauf, dass die Uhr weiterlief, während die Spieler sich die Pucks nur noch hin und her passten. Im Zuge dessen begannen die Heilbronner Ultras, 1-Cent-Münzen aufs Eis zu werfen, wodurch ein richtiger Spielanfang endgültig unmöglich wurde.
In der 55:51 Minute erzielte Torhüter Nick Vieregge noch ein kurioses Tor für seine Karrierestatistik, als die beiden Torhüter sich den Puck hin und her passten und der Heilbronner Keeper die Scheibe ins Tor rutschen ließ. Daraufhin gelang dann auch dem Falken-Torhüter, Franz Jokinen, der Gegentreffer zum 2:6, wobei Robin Just und Frederik Cabana davor die Scheibe noch berührten.
Die Partie endete schließlich mit einem 2:7 Auswärtssieg für die Stuttgart Rebels, wobei der sportliche Wert dieses Sieges durch die Ereignisse im Schlussdrittel getrübt wurde.
Spieldaten im Detail
Aufstellungen
Heilbronner Falken: Franz Jokinen (Start), Patrick Berger – Corey Mapes, Thore Weyrauch, Gunars Skvorcovs, Malte Krenzlin, Calder Anderson, Julian Schams, Spencer Berry, Niklas Jentsch, Marvin Drothen, Robin Just, Thore Weyrauch, Lars Schiller, Frederik Cabana, Luis Ludin, Paul Fabian, Lukas Wagner
Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Raphael Rödel – Nolan Renke, Matteas Derraugh, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Alex Blais, Elvis Gorontzy-Slack, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, David Kirchhoff, Jannik Herm, Jack Bloem, Ben Holden, Emre Yamak, Reagan Poncelet, Dane Montgomery
Tore
Heilbronner Falken: Weyrauch (4:56), Jokinen (56:26)
Stuttgart Rebels: Bloem (0:19, 26:26), Geidl (2:40, 23:43), Renner (7:04), Blais (20:17), Vieregge (55:51)
Strafen
Heilbronner Falken: 0 Minuten
Stuttgart Rebels: 6 Minuten
Zuschauer: 2.135
Schiedsrichter: Erich Singaitis, Tim Heffner
Linienrichter: Sven Krumpholz, Jannick Schmitt





