Verbesserte Rebels verlieren in Bad Tölz

Die Stuttgart Rebels mussten am Dienstagabend eine 3:6 Auswärtsniederlage bei den Tölzer Löwen hinnehmen. Vor 2.003 Zuschauern in der Hacker-Pschorr Arena sollte nach zuletzt schwierigen Wochen und einem Systemwechsel nach dem katastrophalen Derby gegen Heilbronn ein Punktgewinn her, doch die Gastgeber erwiesen sich als effektiver. Nick Vieregge stand erneut im Tor der Rebels, die trotz phasenweise guter Leistung zu wenig aus ihren Chancen gemacht haben.

Spielverlauf

Erstes Drittel

Die Rebels starteten verheißungsvoll in die Partie.
Nach 6:03 Minuten gelang Jack Bloem aus einem hervorragend ausgespielten Konter die frühe Führung zum 0:1. Der Pass in den Rückraum wurde eiskalt verwertet, vorbereitet von Dane Montgomery und Jannik Herm.

Stuttgart war zu diesem Zeitpunkt das spielerisch bessere Team und hatte mehr vom Spiel. Doch aus dem Powerbreak kamen die Tölzer Löwen deutlich stärker zurück.

Bei einem Aufbaupass von Matthew Pistilli, brach diesem der Schläger und der Puck verhungerte direkt vor einem Tölzer Spieler. Diese Chance nutzte Bad Tölz eiskalt aus. Michael Keränen erzielte in der 9:57 Minute den 1:1 Ausgleich, assistiert von Topi Piipponen. Diese Szene ist symptomatisch für die momentane Situation der Stuttgarter.

Nach dem Ausgleich übernahmen die Hausherren zunehmend die Kontrolle. Die Rebels erarbeiteten sich zwar Chancen heraus, schafften es jedoch nicht, ernsthafte Torgefahr zu erzeugen.

In der 13:11 Minute brachte Niklas Hörmann die Tölzer Löwen erstmals in Führung. Keränen und Piipponen waren erneut die Vorbereiter zum 2:1. Mit diesem Rückstand ging es in die erste Pause.

Zweites Drittel

Im zweiten Spielabschnitt setzte sich das Muster aus dem ersten Drittel fort. Solange die Rebels ihr System fuhren, lief das Spiel ordentlich. Doch sobald die Scheibe in den Besitz der Tölzer geriet, ging der Spielzugriff von Stuttgart verloren.
Häufig wurde die Scheibe zu leicht hergegeben, und es dauerte mehrere Minuten, um sich das Momentum wieder zu erarbeiten.

In der 23:53 Minute erhöhte Ludwig Nirschl auf 3:1 für die Hausherren, erneut vorbereitet von der gefährlichen Kombination Piipponen und Keränen.

Die Rebels kassierten mehrere Strafen: Nolan Renke musste wegen Banden-Checks auf die Strafbank (25:59) und Jannik Herm folgte wegen Ellbogen-Checks (32:50). Dazwischen erhielten die Rebels in der 29:34 Minute einen Penaltyschuss zugesprochen, nachdem David Kirchhoff gefoult worden war. Nick Vieregge parierte den Versuch jedoch souverän und hielt sein Team im Spiel.

Trotzdem machte Karel Klikorka in der 36:33 Minute mit dem 4:1 alles klar, assistiert von Christoph Fischhaber. Der Verteidiger konnte vom Bully weg relativ frei zum Schuss ausholen und den Puck ins Netz befördern. Mit diesem deutlichen Rückstand ging es trotz ausgeglichenem Schussverhältnis in die zweite Pause.

Drittes Drittel

Im Schlussdrittel versuchten die Rebels noch einmal alles.
Von Beginn an versuchte Stuttgart, das Tempo zu bestimmen, das Momentum war klar auf der Seite der Rebels. Die Tölzer konnten minutenlang im eigenen Drittel eingeschnürt werden, blieben aber mit ihren zahlreichen Kontern brandgefährlich.

In einer dieser Druckphasen gelang endlich der Anschlusstreffer: Matthew Pistilli verkürzte in der 51:26 Minute zum 4:2, vorbereitet von David Kirchhoff und Jack Bloem. Stuttgart blieb am Drücker und versuchte alles, doch das Scheibenglück war nicht auf Seiten der Gäste.

In der 55:51 Minute erzielte Sandro Schönberger nach einem eigentlich ungefährlichen Konter mit einem einfachen Bauerntrick von hinter dem Tor das 5:2, assistiert von Toms Prokopovics. Auch danach gaben die Rebels nicht auf und kämpften weiter.

Mit etwa vier Minuten auf der Uhr zog Trainer Jan Melichar den Torhüter, um mit sechs gegen fünf zu spielen. Doch in der 58:12 Minute stellte Ludwig Nirschl mit einem Empty-Net-Tor, vorbereitet von Karel Klikorka, auf 6:2.

In den letzten Sekunden gelang es den Rebels im Powerplay noch ein wenig Ergebniskosmetik zu betreiben: Alex Blais traf in der 59:59 Minute zum 6:3 Endstand, assistiert von Matthew Pistilli und Jayden Lammel. Die ausgeglichene Anzahl an Torschüssen (14:14) zeigt, dass Stuttgart auf Augenhöhe mit den Hausherren spielte, lediglich das Scheibenglück im Abschluss fehlte.

Nicht unerwähnt bleiben sollte aus Sicht vieler Stuttgarter Fans die Schiedsrichterleistung. Zum wiederholten Mal wurde diese von den Anhängern kritisch bewertet, da sehr viele Entscheidungen nicht nachvollziehbar zugunsten der Tölzer gefällt wurden und die Linie, in welcher gepfiffen wurde, nicht konsistent wirkte. Dies war allerdings nicht spielentscheidend, aber über die Saison hinweg ergibt sich schon ein Muster.

Spieldaten im Detail

Aufstellungen

Tölzer Löwen: Matthias Bittner (Start), Enrico Salvarani – Karel Klikorka, Xaver Schuler, Toms Prokopovics, Topi Piipponen, Nicolas Sauer, Christoph Fischhaber, Alexander Fichtner, Simon Manhart, Florian Kästele, Ismailcan Sahanoglu, Sandro Schönberger, Kilian Kathan, Quirin Schlager, Johannes Haßmann, Florian Krumpe, Michael Keränen, Ludwig Nirschl, Alex Grossrubatscher, Niklas Hörmann

Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Raphael Rödel – Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Alex Blais, Jayden Lammel, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, David Kirchhoff, Matthew Pistilli, Jannik Herm, Jack Bloem, Emre Yamak, Reagan Poncelet, Dane Montgomery, Jannik Dornberger

Tore

Tölzer Löwen: Keränen (9:57), Hörmann (13:11), Nirschl (23:53, 58:12), Klikorka (36:33), Schönberger (55:51)

Stuttgart Rebels: Bloem (6:03), Pistilli (51:26), Blais (59:59)

Strafen

Tölzer Löwen: 4 Minuten

Stuttgart Rebels: 6 Minuten

Zuschauer: 2.003

Schiedsrichter: Michael Zettl, Daniel Kannengießer

Linienrichter: Simon Grübl, Tobias Wenzel