Furioses erstes Heimspiel endet mit Overtime-Sieg
Nach der herben 0:11-Niederlage in Peiting war bei den Stuttgart Rebels eine deutliche Reaktion im ersten Heimspiel der Saison 2025/26 gefordert. Mit den ECDC Memmingen Indians als Gast wartete allerdings eine schwere Aufgabe auf die Mannschaft von Trainer Jan Melichar.
Die Indians gelten als Titelanwärter in der Oberliga Süd und sind ein dementsprechend harter Prüfstein für die noch suchenden Rebels.
Erfreulicherweise kehrten Toni Ritter und Matthew Pistilli in den Kader zurück, während Massimo Engel, Reagan Poncelet und der gesperrte Mattheas Derraugh weiterhin fehlten.
Spielbericht
1. Drittel
Die Rebels starteten furios in die Partie und kontrollierten von Beginn an das Spielgeschehen. Bereits nach 2:53 Minuten belohnte sich Stuttgart für den engagierten Start: Nach einem gewonnenen Bully von Matthew Pistilli gelangte Florian Renner an den Puck und netzte diesen zum 1:0 (02:53) hinter Memmingen-Torhüter Bastian Flott-Kucis ein. Nur 20 Sekunden später erhielten die Rebels nach einem Beinstellen von Bernhard Ettwein die erste Powerplay-Gelegenheit der Partie. Diese nutzten die Hausherren eiskalt: Nach einem Pass von Dane Montgomery brachte Alex Blais die Scheibe aufs Tor, Flott-Kucis konnte nicht sicher fassen und Fabian Renner staubte zum 2:0 ab (04:08).
Doch die Antwort der Indians ließ nicht lange auf sich warten. Felix Brassard kombinierte sich schön durch die anscheinend noch feiernde Stuttgarter Verteidigung, lief sich in dem Rückraum frei und schob die Scheibe unhaltbar an Nick Vieregge vorbei zum 2:1 (04:34). Diese schnelle Reaktion weckte Erinnerungen an vergangene Spiele, in denen gute Starts schnell wieder zunichte gemacht wurden. Doch die Änderungen in der Kader-Zusammenstellung vor der Saison machte sich bemerkbar: Erneut konnte Flott-Kucis einen Schuss nicht sicher festhalten, und Nico Geidl arbeitete den Abpraller mit Unterstützung von Jayden Lammel und Aleksandrs Kohans zum 3:1 ins Netz (07:57). Die diesjährigen Rebels lassen sich nicht so schnell verunsichern.
Nach einer kurzen ruhigeren Phase erhöhten die Rebels den Druck weiter. In der 12. Minute kassierte Jayden Schubert eine Strafe wegen Hakens, und die Rebels nutzten auch dieses Powerplay konsequent. Mit einer Sekunde verbleibender Überzahlzeit verwandelte Nico Geidl eine perfekte Vorarbeit von Jannik Herm und Daniel Pronin zum 4:1 (13:18). Nach diesem katastrophalen Start sahen sich die Memminger zum Torhüterwechsel gezwungen – Bastian Flott-Kucis musste das Eis verlassen und wurde durch Justus Roth ersetzt. Doch auch das half zunächst nicht: Matthew Pistilli erhöhte nach schöner Kombination mit Jannik Herm und Florian Renner nur 55 Sekunden später auf 5:1 (14:13).
2. Drittel
Wie zu erwarten, kam Memmingen deutlich angefressen aus der Kabine und erhöhte den Druck auf die Rebels. Die Frustration über den katastrophalen Start war bei den Indians spürbar, was zu mehreren hitzigen Szenen führte. Die Rebels verteidigten zunächst noch stabil, doch die offensive Power ließ nach und nach nach.
In der 35. Minute war es erneut Felix Brassard, der nach „genialer“ Vorarbeit von Colin Schlenker vor Vieregge stand und den Puck eiskalt zum 5:2 (34:19) ins Netz brachte. Nur gut zwei Minuten später wurde es wieder heikel vor dem Tor der Rebels. Nach einer vermeintlich abgepfiffenen Situation lag die Scheibe dennoch im Netz – obwohl es nach dem Pfiff noch einen Tip von einem Memminger Spieler gab, entschieden die Schiedsrichter nach langen Diskussionen auf Tor („Moving Puck“). Aus Sicht der Rebels erfolgte jedoch die entscheidende Ablenkung durch Brassard erst nach dem Pfiff. So oder so stand es nun 5:3 (36:47).
3. Drittel
Im Schlussdrittel hatten die Rebels selbst kaum noch offensive Aktionen. Vielmehr waren es das sehr disziplinierte Abwehrverhalten und ein starkes Torwartspiel von Nick Vieregge, die diese Partie zu Gunsten Stuttgarts hielten. Doch erneut war es die erste Reihe der Memminger um Felix Brassard, die in der 44. Minute das Spiel auf 5:4 (43:03) verkürzte.
Nur fünf Minuten später fiel dann doch noch der Ausgleich: Ein Schuss von der blauen Linie auf Vieregge, den dieser nicht fangen konnte, fiel unglücklich niemand anderem als dem bereits vierfachen Torschützen Brassard vor die Füße, der die Scheibe erneut an Vieregge zum 5:5-Ausgleich vorbeischob (47:53).
Die verbleibenden zehn Minuten überstanden die Rebels nur mit viel Mühe und sehr disziplinierter Verteidigung.
Overtime
In der Verlängerung sammelten die Rebels noch einmal alle Kräfte und waren die spielbestimmende Mannschaft. Unser Kapitän Dane Montgomery war in dieser Phase nicht vom Eis zu bekommen und war gefühlt hinten und vorne gleichzeitig. Nach der Erfahrung am Freitag wollte er alles für den Heimsieg geben – nicht Labern, Machen! Die Memminger mussten bei einem schnellen Break-out von Florian Renner eine Strafe ziehen, um eine Torchance zu verhindern.
Zwar konnten die Rebels diese Überzahl nicht nutzen, doch knapp eine Minute nach dem Powerplay folgte ein Konter, eingeleitet von Jannik Herm, der im Zusammenspiel mit Jayden Lammel den Puck zum 6:5-Siegtreffer ins Tor der Memminger schoss (64:18) und damit den heißersehnten ersten Heimsieg der Saison perfekt und verdient machte.
Emotionaler Frida-Wahnsinn an diesem ersten Wochenende!
Spieldaten im Detail
Aufstellungen
Stuttgart Rebels: Nick Vieregge (Start), Erik Eder – Nolan Renke, Florian Renner, Daniel Pronin, Calvin Fischer, Alex Blais, Colin Schlenker, Jayden Lammel, Toni Ritter, Fabian Renner, Nico Geidl, David Kirchhoff, Matthew Pistilli, Jannik Herm, Emre Yamak, Dane Montgomery, Aleksandrs Kohans
ECDC Memmingen Indians: Bastian Flott-Kucis (Start), Justus Roth – Felix Beauchemin-Brassard, Brett Ouderkirk, Bernhard Ettwein, Milan Pfalzer, Timo Gams, Tim Gorgenländer, Dominik Meisinger, Nikita Krymskiy, Connor Blake, Denis Fominych, Edgars Homjakovs, Linus Svedlund, Maximilian Menner, Tyler Spurgeon, Tobias Meier, Patrick Kurz, Jayden Schubert
Tore:
Stuttgart Rebels: Florian Renner (2:53), Fabian Renner (4:08), Geidl (7:57, 13:18), Pistilli (14:13), Herm (64:18)
ECDC Memmingen Indians: Beauchemin-Brassard (4:34, 34:19, 36:47, 43:03, 47:53)
Strafen:
Stuttgart Rebels: 10 Minuten
ECDC Memmingen Indians: 16 Minuten
Zuschauer: 536
Schiedsrichter: Votler, Wenzel
Linienrichter: Holzer, Mylius





