Spannung pur beim 5:4 Sieg nach Penaltyschießen gegen die Falken aus Heilbronn.

Das erste Testspiel vor heimischer Kulisse brachte alles, was den Puls nach oben treibt.
Spannung, ein Wechselbad der Gefühle, Verlängerung, zwei erfolgreiche Penalty-Schüsse und drei Heilbronner Penaltys, die samt und sonders bei Nick Vieregge landen.

Spielbericht

Erstes Drittel

Beim ersten Testspiel vor heimischer Kulisse (390 Zuschauer) gegen die Falken aus Heilbronn wurde schnell klar, dass es heute wohl keine Geschenke geben wird. Schon in der 2. Spielminute flogen zum ersten Mal die Fäuste. Entsprechend gab es mehrere Strafzeiten: drei 5 Minuten- und eine 2 Minuten Strafe. 12 Minuten für Heilbronn, 5 für die Rebels.

Für die Gastgeber bedeutete dies ein siebenminütiges Überzahlspiel mit 5 gegen 4 Feldspieler. Phasenweise gelang dabei ein sehr ansehnliches Spiel, die Torchancen hingegen blieben Mangelware. Dank des sehr disziplinierten Abwehrverhaltens der Heilbronner, gelang den Hausherren kein Treffer. Allerdings hat Tom Coolen seine Special-Teams noch nicht gefunden, bzw. lässt sie noch nicht spielen. So bekommt fast jeder Spieler die Chance sich auch bei Über- und Unterzahl zu beweisen. Das wird mutmaßlich anders sein, wenn am 18. September die Punkterunde beginnt.

Als Toni Ritter nach knapp 11 Minuten wegen eines Crosschecks eine 5 Minuten Strafe + Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt, benötigten die Gäste lediglich 27 Sekunden, um ihren ersten Treffer zu erzielen, Corey Mapes war der Torschütze.

Nach 11:46 musste Vincent Schlenker wegen eines Stockschlags für 2 Minuten auf die Bank. Obwohl die Rebels tapfer verteidigten, gelang Anton Seewald kurz vor Ablauf der 5 gegen 3 Überzahl der zweite Treffer für die Falken. Die Gastgeber zeigten sich davon unbeeindruckt, und ließen trotz der verbleibenden gut 2 Minuten in Unterzahl kein weiteres Tor zu.

Der Rest des Drittels verlief ohne nennenswerte Höhepunkte. So ging es leistungsgerecht mit 0:2 in die Drittelpause.

Zweites Drittel

Das zweite Drittel begannen die Cracks von der Waldau wesentlich entschlossener und kamen schon nach einer Minute und 20 Sekunden zu einer guten Torchance, die Heilbronn nur durch ein Foul verhindern konnte. Die fällige 2 Minuten Strafe konnte das Team von der Waldau, trotz sehr guter Ansätze und phasenweise perfekt gespielter Überzahl-Formation nicht ausnutzen. Immer wieder konnten die Falken die Schüsse blocken.

Umgekehrt gelang den Unterländern auch kein Tor, als Elvis Gorontzy-Slack nach 24:24 Minuten wegen unkorrektem Körperangriff vom Eis musste. Die Rebels waren inzwischen ein Gegner auf Augenhöhe für die favorisierten Falken, mussten aber nach knapp 28 Minuten den dritten Treffer, diesmal von Erik Nemec erzielt, hinnehmen.

Dennoch steckte das Team nicht auf, sondern suchte weiterhin die Chance zum Anschlusstreffer. Nach 29:08 Minuten war es dann so weit: Daniel Pronin traf, nach mustergültigem Pass von Vincent Schlenker blitzsauber zum verdienten 1:3 ins Tor der Gäste.

Das Spiel blieb sehr körperlich, teilweise auch hart, mit Strafen auf beiden Seiten. Die Rebels blieben aber sehr konzentriert. Nach Scheibengewinn an der Bande im eigenen Drittel, ergab sich eine 2 auf 1 Situation, die Jayden Schubert und Maximilian Oswald – Förderlizenzspieler aus Freiburg – perfekt ausspielten. Letzterer ließ Franz Jokinen im Gästetor keine Chance, und versenkte die Scheibe zum umjubelten 2:3 im Tor.

In dieser Phase des Spiels merkte man den Heilbronnern an, dass es bereits das dritte Spiel innerhalb von drei Tagen war. Sie wirkten etwas müde und überließen den Landeshauptstädtern immer wieder die Initiative. Zwar mussten die Rebels noch ein Unterzahlspiel überstehen, blieben aber stabil. So ging es beim Spielstand von 2:3 in die Kabinen.

Drittes Drittel

Das Schlussdrittel begannen die Stuttgarter, wie sie das zweite Drittel beendet hatte, mit viel Engagement und immer wieder dem Versuch mit guten Spielzügen zum Erfolg zu kommen.

Als nach etwa 44:30 Minuten der Arm des Schiedsrichters hoch ging, Anton Seewald hatte Ben Holden durch Haken von den Schlittschuhen geholt, spielten die Schwaben mehr als eine Minute mit 6 gegen 5, ehe der Sünder auf die Bank musste. Es dauerte genau 6 Sekunden, bis Reagan Poncelet mit einem wunderschönen Schlenzer den Ausgleich erzielte.

Gut sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gelang Jayden Schubert ein Steal an der blauen Linie, den er perfekt für den mitgelaufenen Kalvyn Watson querlegte. Das war zum ersten Mal die Führung für das Team von der Waldau.

Diese Führung hat bei den Heilbronnern offensichtlich noch einmal Kräfte frei gemacht. Eine kleine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft des Teams von Tom Coolen ermöglichte den Heilbronner Ausgleich durch Chris Schutz, der fein herausgespielt wurde.

Beide Teams bemühten sich das Spiel noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden, was aber nicht gelang.

Overtime

In der Overtime wogte es hin und her. Nach 1:52 Minuten gelang Chris Schutz ein Durchbruch und eine Riesenchance zum Siegtreffer, die aber von Ben Holden in letzter Sekunde vereitelt wurde. Der Schiedsrichter entschied auf Penalty-Schuss.

Nick Vieregge, der im Verlaufe des Spiels viele Möglichkeiten hatte sich auszuzeichnen, war zur Stelle, Chris Schutz drehte enttäuscht ab.

Shootout

Nachdem keines der beiden Teams einen Treffer in Overtime erzielen konnte, ging es ins Penalty-Schießen. Kalvyn Watson trat als erster an und verwandelte, nach einer schönen Körpertäuschung, souverän. Chris Schutz versuchte erneut sein Glück und fand im Stuttgarter Keeper wieder seinen Meister.

Nachdem Matthew Pistilli auch das zweite Penalty im Tor unterbrachte, stand Heilbronn unter Druck. Nick Vieregge blieb aber auch gegen Anton Seewald Sieger. Damit war eine dramatische, spannende und lange Partie beendet.

Das Stuttgarter Publikum feierte ihre Helden noch minutenlang, was die Spieler sichtlich genossen.

Wenngleich man berücksichtigen muss, dass es für die Falken das 3. Spiel innerhalb dreier Tage war, so darf man doch anmerken, Heilbronn spielte mit vier Kontingentspielern, während bei den Rebels weiterhin drei wichtige Spieler fehlten, und mit Toni Ritter schon nach knapp 11 Minuten ein wichtiger Verteidiger unter die Dusche geschickt wurde. Unterm Strich waren die Rebels heute ein Gegner auf Augenhöhe für den Favoriten aus dem Unterland.