Rebels erkämpfen sich den vierten Heimsieg in Folge

Der heutige Gast auf der Waldau war kein geringerer als der Altmeister aus Garmisch-Partenkirchen, der allerdings nicht gerade gut in die Saison gestartet ist. Heute könnten sie gar die Rote Laterne übernehmen, sollten die Hausherren erfolgreich sein. Gleichzeitig müsste Lindau, die bisher weit hinter den Erwartungen geblieben sind, allerdings einen Heimsieg gegen den anderen Altmeister, den EV Füssen, einfahren.

Für die Rebels war ein Sieg extrem wichtig, um den Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle zu halten. Dies insbesondere, da die nächsten Gegner mit Deggendorf, Tölz und dem Lokalrivalen Heilbronn, drei hochgehandelte Teams die Gegner sein werden.

Die Rebels begannen sehr aktiv und dominant. In der 4. Minute bekamen sie die erste Chance auf ein Powerplay, nachdem Tim Lindner sich ein Haken erlaubte.

Eine Unkonzentriertheit im Angriffsdrittel, als man gerade in Formation kommen wollte, führte zu einem Breakaway durch Parker Colley, der diesen eiskalt verwertete. So war der Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Das Heimteam blieb insgesamt über das gesamte Drittel dominant, hatte die eine oder andere Chance, die klareren Chancen allerdings hatte allerdings der bayerische Gast. Schlechte Konterabsicherung und ungenaues Spiel, aber auch eine gute Abwehrleistung der Gäste, muss man als Gründe anführen.

Während das Team aus Riessersee sehr defensiv agierte, und vor allem auf Fehler der Gastgeber lauerte, musste Stuttgart das Spiel machen – eine relativ neue Rolle für das Heimteam.

Wenn man das erste Drittel anschaut, agierten die Schwaben bisweilen zu kompliziert, zu selten wurde der Abschluss gesucht, dennoch war die 1:0 Führung der Gäste sicher unterm Strich eher glücklich und entsprach nicht dem Spielverlauf.

Das zweite Drittel begannen die Schwaben noch aggressiver als das Erste, zielstrebiger Richtung Gästetor. Weiterhin konnte das dominate Spiel aber nicht in Zählbares umgesetzt werden. 

Als Moritz Serikow in der 25. Minute in die Kühlbox musste, bot sich dem Team von der Waldau erneut die Chance auf ein Powerplay – und diesmal wurde es genutzt. Vincent Schlenker nahm einen Rückhandschuss, nach zunächst verunglückter Scheibenannahme. Dem bis dato sehr stark agierenden Gästekeeper war die Sicht versperrt, vielleicht wurde er obendrein von dem unerwarteten Schuss überrascht. Der Ausgleich! Die Assists wurden Toni Ritter und Matt Pistilli zugeschrieben.

Die Rebels verteidigten weiter extrem aggressiv, und das bereits im Angriffsdrittel. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Elvis Gorontzy-Slack zieht mit der Scheibe hinterm Tor durch, versucht einen Abschluss, die Scheibe rutscht im aber von der Kelle. Reagan Poncelet kommt über Umwege an die Scheibe und zieht aus der Drehung ab. Für den Gästegoalie war der Schuss wohl nicht zu sehen, die Folge: Spiel innerhalb von nur 50 Sekunden gedreht und die 2:1 Führung erzielt.

Eine weitere Strafzeit gegen die Gastgeber wurde überstanden, so blieb es bis zum Ende des Drittels bei der Führung für die Gastgeber, zweifellos verdient, denn das zweite Drittel beherrschte das Heimteam.

Zu erwähnen sind hierbei 4 Metalltreffer von Kalvyn Watson, dem das Schussglück heute nicht hold war.

Zu Beginn des Schlussabschnitts mussten sich die Rebels, nach einem umstrittenen Foul, wieder gegen eine Überzahl des Traditionsclubs erwehren. Das gelang allerdings nur gut eine Minute lang. Dann konnte Hans Porsberger durch einen Onetimer den sehenswerten Ausgleich erzielen. Da der Schuss leicht abgefälscht war, hatte Daniel Allavena im Stuttgarter Tor, der heute sein Heim-Debüt gab, keine Abwehrchance.

Die Nervosität auf beiden Seiten nahm zu, es häuften sich die Ungenauigkeiten und Abspielfehler auf beiden Seiten.

Nach 47:41 Minuten erzielt Mack Stewart, nach perfekter Vorlage des Abwehrspielers Owen Lalonde, den erneuten Führungstreffer.

Das Glücksgefühl währte aber lediglich 18 Sekunden. Ein Missverständnis hinter dem eigenen Tor und mangelnde Zuordnung in der Defensive führten zum erneuten Ausgleichstreffer. Die Rebels schienen auf dem Weg sich selbst zu schlagen.

Ungenauigkeiten und ein Kampf mit offenem Visier kennzeichneten die nächsten Sekunden. Das Spiel nahm dramatische Formen an.

Es dauerte wiederum nur 46 Sekunden bis die Gastgeber, nach einem stark vorgetragenen Angriff, die – vermeintliche – 4:3 Führung erzielten. Der Jubel war groß, aber die Schiedsrichter nahmen den Videobeweis. War die Scheibe noch spielbar?

Nach kurzer Betrachtung des Videomaterials entschieden die Referees – zurecht – auf Tor für die Rebels. Torschütze war Vincent Schlenker – sein erster Doppelpack der Saison. 

Owen Lalonde hatte einen Schlagschuss aufs Tor abgegeben, Max Bolle im Riesserseer Tor wusste, nach gelungener Abwehraktion, kurz nicht, wo die Scheibe ist. Schlenker war gedankenschneller und schob die Scheibe zwischen den Beinen des Gästekeepers ins Tor.

Die letzten rund 11 Minuten blieben von Nervosität auf beiden Seiten geprägt. Je näher sich das Spiel dem Ende näherte, desto abgeklärter wurden die Aktionen der Rebels. Am Ende gelang ein, wenn man die Spielanteile betrachtet, verdienter Sieg der Hausherren.

Zum Spieler des Spiels der Heimmannschaft wurde Vincent Schlenker gewählt. Insbesondere aufgrund seines Doppelpacks verdient, es gab aber sicher noch zwei, drei weitere Spieler bei den Gastgebern, die diese Wahl ebenso verdient gehabt hätten.

Drei wichtige Punkte, und der vierte Heimsieg im fünften Spiel vor eigenem Publikum, standen am Ende zu Buche. 11 von 15 möglichen Heimpunkten geholt – offensichtlich wurden die richtigen Schlüsse aus der Heimschwäche der vergangenen Saison gezogen.

Nach dem 9. Spieltag stehen die Rebels auf Platz 8 der Tabelle, womit man absolut im Soll liegt, wenngleich der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen wäre.